Rue Saint-Blaise und das vergessene Dorf von Paris
Die Rue Saint-Blaise zählt zu den wenigen Straßen in Paris, die ihren historischen Dorfcharakter bis heute bewahrt haben. Kopfsteinpflaster, kleine Läden, niedrige Häuser und eine überraschend ruhige Atmosphäre lassen eher an eine Ortschaft in der französischen Provinz denken als an eine Straße in der Hauptstadt. Genau darin liegt ihr besonderer Reiz. Die Rue Saint-Blaise verbindet den Place Saint-Blaise mit dem Boulevard Davout und ist einer der seltenen Orte im 20. Arrondissement, an denen das ehemalige Dorf Charonne noch spürbar ist. Vom Winzerdorf zum Pariser Viertel Die Ursprünge der Straße reichen weit zurück, denn bereits im 17. Jahrhundert ist sie auf Stadtplänen dokumentiert, darunter auf einer Darstellung aus dem Jahr 1672, auf der sie als zentrale Dorfstraße erscheint. 1771 wurde sie unter dem Namen „Grande rue Saint-Germain“ eingetragen und zugleich als Departementstraße klassifiziert. Im 18. Jahrhundert war Charonne noch stark ländlich geprägt, umgeben von Weinbergen und...