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Passage du Grand-Cerf - Historische Einkaufspassage mit Stil

Die Passage du Grand-Cerf, im belebten Handelsviertel Montorgueil, ist einer der bekanntesten überdachten Durchgänge in Paris und ein faszinierendes Beispiel für die Architektur des 19. Jahrhunderts. Mit ihrer eleganten Struktur und ihrer Geschichte bietet sie einen Einblick in das Paris von damals, um die Schönheit vergangener Zeiten entdecken zu können. Sie ist nicht nur die höchste und hellste Passage von Paris, sondern auch ein hervorragendes Beispiel für die Veränderung der Stadt im 19. Jahrhundert. Heute beherbergt sie eine Vielzahl von Boutiquen, in denen Künstler, Designer, Dekorateure, Mode- und Schmuckdesigner ihre Werke präsentieren. Sie kombiniert traditionelles Handwerk mit modernen Designideen und bleibt ein wichtiger Ort für kreative Köpfe der Stadt. 1985 wurde die Passage in das Verzeichnis der historischen Denkmäler aufgenommen.

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Vom Hotel zum Einkaufsparadies

Die Geschichte der Passage du Grand-Cerf beginnt weit vor der Errichtung der beliebten Passagen, als an dieser Stelle das Hotel „Grand Cerf“ stand, das schon vor der Französischen Revolution eine wichtige Anlaufstelle war. Das Hotel, Treffpunkt für Reisende und Handelsleute, stellte bereits eine Verbindung zwischen der Rue Saint-Denis und der Rue Dussoubs her, die damals noch die „rue des Deux-Portes-Saint-Sauveur“ hieß und zuvor als „rue Gratte-Cul“ bekannt war, ein berüchtigtes Zentrum der Pariser Prostitution.

Unter Charles X. (1757–1824) war die lange Hofeinfahrt des Hotels der Endpunkt der Postkutschenverbindungen der „Messageries Royales“, die die östlichen Provinzen Frankreichs, darunter die Champagne, das Elsass und die Drei Bistümer, miteinander verbanden.

Bereits im Jahr 1782 wurde überlegt, den Standort des Passage du Grand-Cerf für den Bau der Opéra-Comique zu nutzen.

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der historische Ort zu einer Passage umgestaltet, als die französische Hauptstadt unter dem Einfluss des Neoklassizismus begann, sich zu verändern. Nach dem Verkauf des gesamten Gebäudekomplexes im Jahr 1812 an einen privaten Besitzer, Herrn Hermain, wurde der ursprüngliche Gebäudekomplex umgestaltet, um den Raum für den Bau einer Fußgängerpassage zu öffnen. Dieser Umbau leitete eine neue Ära für die Gegend ein. Im Jahr 1825 kaufte die Bankgesellschaft Devaux-Moisson das Areal und setzte die Pläne für die Passage um. Sie sollte zunächst eine elegante Verbindung zwischen der Rue Saint-Denis und der Rue Dussoubs schaffen. Der ursprüngliche Entwurf folgte dem Beispiel der vielen überdachten Durchgänge in Paris, die in dieser Zeit zunehmend an Bedeutung gewannen.

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Die Arbeiten begannen unter der Leitung eines bis heute unbekannten Architekten. Die bestehenden Gebäude entlang des Hofes wurden erhalten, während die Hauptverkehrsstraße durch den Bau neuer Fassaden deutlich verengt wurde. Ab 1826 öffnete die Passage du Grand-Cerf ihre Türen. Damals hatte Isidore Monier, der schon einen Teil der Geschäfte besaß, das gesamte Areal erworben. Im Jahr 1830 befand sich unter der Nummer 6 der Passage du Grand-Cerf der Sitz der Zeitung L'Extra-Muros, in dem der bekannte Dichter und Chansonnier Émile Debraux regelmäßig seine Werke verfasste.
Die Passage besaß zu dieser Zeit jedoch noch nicht ihre ikonische Verglasung, die sie heute berühmt macht. Erst rund 20 Jahre später, im Jahr 1845, wurde sie mit ihrer charakteristischen und beeindruckenden Glasdachkonstruktion, die zu jener Zeit ein technisches Meisterwerk war, versehen.

Ursprünglich ein schickes Geschäftsviertel, zog die Passage immer mehr Handwerker und Geschäftsleute an, die hier ihre Läden eröffneten, doch trotz ihrer frühen Popularität geriet die Passage im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend in Vergessenheit. In den 1980er Jahren stand sie kurz vor dem Abriss, da sie stark vernachlässigt war und der Zustand des Gebäudes eine Restaurierung dringend notwendig machte. Dank der Initiative von privaten Investoren und der Stadt Paris konnte sie in den frühen 1990er Jahren vollständig renoviert werden, was sie zu einem beliebten Ziel sowohl für Pariser als auch für Touristen machte. Bei der Restaurierung wurde darauf geachtet, die ursprüngliche Architektur weitgehend zu bewahren. Heute strahlt der Passage du Grand-Cerf wieder in vollem Glanz, mit seinen originalen Holzverkleidungen und metallischen Details, die geschickt die Geschichte dieses Ortes widerspiegeln.

Die Passage du Grand-Cerf wurde am 14. November 1985 offiziell in das Verzeichnis der historischen Monumente aufgenommen, was ihre Bedeutung für das Pariser Erbe unterstreicht. Heute ist sie ein multifunktionales Gebäude, das von mehreren Eigentümern und Investoren verwaltet wird, einschließlich der Stadt Paris und einer Versicherungsgesellschaft. Dieser kollektive Besitz ermöglicht es, die Passage als kulturellen und kommerziellen Raum zu erhalten und gleichzeitig zu einer der beliebtesten Ecken der Stadt zu machen.

Heute gehört die Passage du Grand-Cerf zu den meistbesuchten Passagen in Paris und ist sowohl für ihre historische Bedeutung als auch für ihr modernes Flair bekannt. Sie wird im Osten durch die Passage du Bourg-l'Abbé verlängert, die im April 1828 eröffnet wurde.

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Klassische Architektur mit einem Hauch von Moderne

Die Passage du Grand-Cerf ist ein faszinierendes Beispiel für die Verschmelzung klassischer Architektur mit modernen Elementen. Der neoklassizistische Stil, der die Fassaden prägt, zeigt sich in schlichten, aber eleganten Details wie den Stuckverzierungen und Säulen, die das historische Erbe des 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Besonders hervorzuheben ist das monumentale Portal an der Rue Saint-Denis, ein neobarockes Meisterwerk, das mit floralen Motiven und dem Wappen von Paris verziert ist und der Passage ihren unverwechselbaren Charme verleiht. Diese klassische Eleganz wird jedoch durch die moderne Glaskonstruktion kontrastiert, die Ende des 19. Jahrhunderts hinzugefügt wurde.

Die Metallprofile der Decke ermöglichen eine beeindruckende Höhe von 11,8 Metern und schaffen so eine luftige, lichtdurchflutete Atmosphäre, die den Durchgang besonders einladend macht. Mit einer Breite von nur 3 Metern und der außergewöhnlichen Höhe von drei Etagen ist die Passage du Grand-Cerf eine architektonische Seltenheit in Paris und hebt sich damit von anderen Passagen ab. Die filigranen Eisenstreben und die Metallbrücken verleihen der Passage eine Leichtigkeit, die den Besucher beinahe in eine andere Zeit eintauchen lässt.

Das Zusammenspiel von traditioneller Eleganz und moderner Transparenz verleiht der Passage du Grand-Cerf eine besondere Atmosphäre, die von vielen anderen Passagen in Paris abweicht. Ihre außergewöhnliche Höhe von 11,8 Metern (die höchste überdachte Passage der Stadt), kombiniert mit der großzügigen Glasdecke, sorgt für ein nahezu modernes und zugleich zeitloses Ambiente. Die Passage ist 3 Meter breit und erstreckt sich über drei Etagen.
Der Innenbereich der Passage beeindruckt zusätzlich mit gusseisernen Balkonen, filigranen Streben und kunstvoll gestalteten Metallbalken, die sowohl funktionale als auch ästhetische Zwecke erfüllen. Historische Details wie die antiken Frontons und die elegante neobarocke Gestaltung der Eingangstüren erinnern an das klassische Paris und machen die Passage zu einem architektonischen Kleinod, das Vergangenheit und Gegenwart auf faszinierende Weise vereint.

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Ein Paradies für Kunst- und Designliebhaber

Die Passage du Grand-Cerf hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem historischen Durchgang zu einem wahren Zentrum für Kunst- und Designinteressierte entwickelt. Heute bietet dieser Ort nicht nur einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit, sondern auch eine lebendige Mischung aus modernen Geschäften und kreativen Werkstätten. Die eleganten Läden, die mit Eisenverzierungen geschmückt sind, ziehen eine Vielzahl von Designern, Schmuckhändlern und Künstlern an. Die kleine, aber feine Auswahl an Boutiquen bietet alles von exklusiven Dekorationsartikeln über Mode bis hin zu internationalen Kunstgegenständen, was die Passage zu einem wahren Paradies für Käufer und Kunstliebhaber macht.

Doch nicht nur die Architektur zieht die Besucher an. Es ist auch die einzigartige Atmosphäre der Passage, die sie so besonders macht. Besonders bei schönem Wetter, wenn das Tageslicht durch die großen Glasflächen des Daches strömt, entsteht eine fast magische Kulisse für entspanntes Bummeln. Die Passage du Grand-Cerf ist damit nicht nur ein Ort zum Einkaufen, sondern auch ein ideales Ziel für einen gemütlichen Spaziergang durch das historische Paris.

Neben seiner architektonischen Bedeutung spielt die Passage auch eine wichtige Rolle in der Pariser Kulturgeschichte. Schon im 19. und 20. Jahrhundert fand sie immer wieder ihren Platz in der Kunst, besonders in der Literatur und Fotografie. In den 1960er Jahren war sie sogar Schauplatz im berühmten Film Zazie (1960), der Paris aus einer surrealen Perspektive zeigte. Diese kulturelle Präsenz macht die Passage nicht nur zu einem historischen Wahrzeichen, sondern auch zu einem lebendigen Teil der Pariser Kunstszene.

Auch heute noch zieht sie Künstler und Fotografen an, die die einzigartige Atmosphäre und das Spiel von Licht und Schatten in diesem historischen Durchgang einfangen möchten. Die Passage bleibt ein Ort der Inspiration, der Pariser und Besucher gleichermaßen in seinen Bann zieht.

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