Die Galerie Vivienne - Ein Spaziergang durch zwei Jahrhunderte Eleganz
Die Galerie Vivienne, verborgen zwischen den belebten Straßen des 2. Arrondissements, zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen des Pariser Architektur- und Kulturerbes. Weit mehr als eine einfache Einkaufspassage präsentiert sie sich als lebendiges Monument des 19. Jahrhunderts, das mit seiner eleganten Atmosphäre, seinem historischen Charme und seinem kunstvollen Dekor bis heute fasziniert. Entstanden ist sie in einer Epoche des wirtschaftlichen Aufschwungs und der beginnenden Industrialisierung, als überdachte Passagen aus Glas und Eisen den Stadtbewohnern erstmals Schutz vor Regen boten und zugleich stilvolle Orte zum Flanieren schufen.
Schon kurz nach ihrer Eröffnung entwickelte sich die Galerie zu einem beliebten Treffpunkt der Pariser Oberschicht, die hier nicht nur in luxuriösen Geschäften einkaufte, sondern auch die exklusiven Cafés und Buchhandlungen frequentierte. Ihre Lage, nur wenige Schritte von der Börse und dem Palais-Royal entfernt, verstärkte ihre Rolle als pulsierendes Zentrum des städtischen Lebens.
Seit 1974 steht sie unter Denkmalschutz und bewahrt bis heute ihren besonderen Charakter.

Sie entstand nach den Bauplänen des Architekten François-Jacques Delannoy, der für seine prächtige Gestaltung bekannt war und 1778 den „Prix de Rome“ gewann.
Zunächst unter dem Namen „Marchoux“ eröffnet, wurde sie bereits 1825 in „Vivienne“ umbenannt – ein Name, der bis heute mit Eleganz und Geschichte assoziiert wird.
Angespornt durch diesen Erfolg starteten die Bauherren der Firma Adam Cie im Jahr 1826 den Bau einer Galerie, die sich zu einer bedeutenden Rivalin entwickeln sollte, die Galerie Colbert.
Die Galerie Vivienne wurde 1826 offiziell eröffnet und profitierte von ihrer außergewöhnlichen Lage, die sie mit den berühmten Boulevards und einem florierenden Stadtteil verband. Hier fanden sich allerlei Handwerker und Händler, darunter Schneider, Schuster, Optiker, Weinhändler, aber auch die bekannte Buchhandlung Petit-Siroux (heute Librairie Jousseaume), die 1828 gegründet wurde und die Sidonie Gabrielle Colette, französische Schriftstellerin, Varietékünstlerin und Journalistin, sehr schätzte.. Die Buchhandlung hat ihr historisches Erscheinungsbild vollständig bewahrt, von den alten Vitrinen und Schildern bis hin zu den hölzernen Bücherregalen. Im Jahr 1880 übernahm ein ehemaliger Mitarbeiter, Monsieur Jousseaume, das Geschäft. Er ist der Urgroßvater des heutigen Inhabers, François Jousseaume.
Die heutige Librairie Jousseaume ist auf seltene Bücher und gebrauchte Werke aus dem 18. bis 21. Jahrhundert spezialisiert, darunter Titel aus den Bereichen Geschichte, Reisen, Literatur, Poesie, Theater und Musik.
Im Jahr 1832 richtete der italienische Abt Gazzera sein Cosmorama hier ein, eine der ersten Dauerausstellungen von optischen Effekten und Projektionen, die in Paris für Aufsehen sorgte.
Im Jahr 1859 vermachte Anne Sophie „Ermance“ Marchoux (1809–1870), die Tochter des Gründers, die Galerie dem Institut de France, wobei sie ausdrücklich beabsichtigte, die aus dem Betrieb der Galerie erzielten Einnahmen zur Unterstützung von Künstlern einzusetzen, die mit dem angesehenen „Prix de Rome“ ausgezeichnet worden waren. Als Künstlerin wirkte Ermance Marchoux zudem selbst am Erscheinungsbild der Galerie mit, indem sie die beiden Statuen schuf, die noch heute die Eingangstüren des Gebäudes schmücken.
Die Galerie Vivienne florierte im 19. Jahrhundert, besonders während des Second Empire (zweites Kaiserreich). Doch mit dem Umzug vieler Geschäfte hin zu den eleganteren Vierteln rund um die Madeleine und die Champs-Élysées und der Umgestaltung von Paris durch Baron Haussmann verlor sie einen Teil ihrer einstigen Bedeutung.
Im Jahr 1840 fand Eugène-François Vidocq (1775–1857), ein Mann, der in seiner Jugend als Krimineller aufgefallen war, später jedoch zum gefeierten Ermittler aufstieg und als Chef der Sûreté sowie als Privatdetektiv neue Maßstäbe in der Polizeiarbeit setzte, seinen letzten Wohnsitz in der Galerie, die damals durch seine Anwesenheit zusätzlich einen Hauch von Geheimnis erhielt.
Er bewohnte die Wohnung im Gebäude Nr. 13, die über eine monumentale, noch heute erhaltene Treppe erreichbar war. Sein Leben inspirierte zahlreiche Schriftsteller, darunter Honoré de Balzac, Victor Hugo und Alexandre Dumas.
Seit 1870 ist die Académie des Beaux-Arts Miteigentümerin der Galerie.
Ende des 19. Jahrhunderts, zogen Künstler und das „Journal des Artistes“ (Wochenzeitschrift über das künstlerische Leben in Frankreich) in die Galerie und 1888 eröffnete der „Petit-Théâtre de Marionnettes“. 1894 folgte das „Théâtre Lyrique de la Galerie Vivienne.
In den 1920er Jahren stand die Galerie kurz vor dem Abriss, als sie 1926 aus dem Inventar der historischen Denkmäler gestrichen wurde. Im Jahr 1961 brach die Kuppel ein, ohne dass dies größere Aufmerksamkeit oder öffentliche Reaktionen hervorrief. In den 1970er Jahren waren fast alle Geschäfte aus der Galerie Vivienne ausgezogen und die Passage verfallen. Es ist der Künstlerin Huguette Spengler zu verdanken, dass die Galerie ihren alten Glanz wiederfand. Sie erwarb die Geschäftsräume, schuf dort Kunsteinrichtungen und trug damit maßgeblich dazu beitrug, dass die Galerie 1974 unter Denkmalschutz gestellt wurde. In den frühen 1980er-Jahren erlebte die Galerie Vivienne durch die Haute-Couture eine echte Wiedergeburt, nachdem Jean-Paul Gaultier und Yuri Torii im Jahr 1986 hier ihre Boutiquen eröffneten. Kenzo Tagada entdeckte die Galerie schon 1964, als sie noch einen traurigen Anblick bot. Durch eine Reihe von Renovierungen, die 1993 vom Architekten Marc Saltet durchgeführt wurden, erhielt die Galerie ihren früheren Glanz zurück, während ihr historischer Charme bewahrt blieb.

Die verschiedenen Elemente wie Arkaden, Rotunden, rechteckige Säle und schmalere Galerien wurden im pompejanischen Stil und mit kräftigen Farben dekoriert.
An den Wänden finden sich zahlreiche dekorative Elemente, die von fein ausgearbeiteten Holzverkleidungen bis zu kunstvollen Stuckarbeiten reichen.
Die Stuckverzierungen der Galerie zeigen Frauen in antiker Kleidung, die Lorbeerkränze tragen. In Medaillons sind allegorische Figuren zu sehen: Gerechtigkeit mit Waage, Landwirtschaft mit Weizenbündel, Arbeit mit Bienenstock und Musik mit Harfe.
Auf dem Boden fallen die Mosaiken auf, die von Giandomenico Facchina (1826-1903) signiert wurden und etwa in den 1880er-Jahren entstanden, also einige Jahrzehnte nach der Eröffnung der Galerie. Facchina, ein italienischer Mosaikkünstler, ließ sich 1870 in Paris nieder und schuf dort einige der bedeutendsten städtischen Dekorationen, darunter das Opernhaus Charles Garnier, die Warenhäuser Printemps und Le Bon Marché, den Petit Palais und das Musée Grévin.
Besonders bemerkenswert ist Facchinas innovative Technik zum Verlegen von Mosaiken. Die einzelnen Steine wurden zunächst auf einem temporären Untergrund nach einem vorgegebenen Muster zusammengesetzt. Anschließend konnte das komplette Mosaik auf einmal auf eine frisch mit Zement bestrichene Fläche übertragen werden.
Die prächtigen Lampen ergänzen das harmonische Gesamtbild und machen die Galerie zu einem wahren Schmuckstück der Stadt.
Die Galerie Vivienne zählt, gemeinsam mit der Galerie Véro-Dodat und dem Passage du Grand-Cerf, zu den eindrucksvollsten Passagen dieser Epoche. Der älteste Pariser Durchgang entstand 1798, der Passage du Caire.
Schon kurz nach ihrer Eröffnung entwickelte sich die Galerie zu einem beliebten Treffpunkt der Pariser Oberschicht, die hier nicht nur in luxuriösen Geschäften einkaufte, sondern auch die exklusiven Cafés und Buchhandlungen frequentierte. Ihre Lage, nur wenige Schritte von der Börse und dem Palais-Royal entfernt, verstärkte ihre Rolle als pulsierendes Zentrum des städtischen Lebens.
Seit 1974 steht sie unter Denkmalschutz und bewahrt bis heute ihren besonderen Charakter.

Vom Glanz des 19. Jahrhunderts zur modernen Ikone
Die Galerie Vivienne, eine der ältesten und prächtigsten Passagen in Paris, wurde 1823 von Louis-Auguste Marchoux (1768-1854), dem Präsidenten der Pariser Notarkammer, an der Stelle des ehemaligen Hôtel Vanel in der Rue des Petits-Champs und dem hôtel Baudru de Serrant in der Rue Vivienne erbaut.Sie entstand nach den Bauplänen des Architekten François-Jacques Delannoy, der für seine prächtige Gestaltung bekannt war und 1778 den „Prix de Rome“ gewann.
Zunächst unter dem Namen „Marchoux“ eröffnet, wurde sie bereits 1825 in „Vivienne“ umbenannt – ein Name, der bis heute mit Eleganz und Geschichte assoziiert wird.
Angespornt durch diesen Erfolg starteten die Bauherren der Firma Adam Cie im Jahr 1826 den Bau einer Galerie, die sich zu einer bedeutenden Rivalin entwickeln sollte, die Galerie Colbert.
Die Galerie Vivienne wurde 1826 offiziell eröffnet und profitierte von ihrer außergewöhnlichen Lage, die sie mit den berühmten Boulevards und einem florierenden Stadtteil verband. Hier fanden sich allerlei Handwerker und Händler, darunter Schneider, Schuster, Optiker, Weinhändler, aber auch die bekannte Buchhandlung Petit-Siroux (heute Librairie Jousseaume), die 1828 gegründet wurde und die Sidonie Gabrielle Colette, französische Schriftstellerin, Varietékünstlerin und Journalistin, sehr schätzte.. Die Buchhandlung hat ihr historisches Erscheinungsbild vollständig bewahrt, von den alten Vitrinen und Schildern bis hin zu den hölzernen Bücherregalen. Im Jahr 1880 übernahm ein ehemaliger Mitarbeiter, Monsieur Jousseaume, das Geschäft. Er ist der Urgroßvater des heutigen Inhabers, François Jousseaume.
Die heutige Librairie Jousseaume ist auf seltene Bücher und gebrauchte Werke aus dem 18. bis 21. Jahrhundert spezialisiert, darunter Titel aus den Bereichen Geschichte, Reisen, Literatur, Poesie, Theater und Musik.
Im Jahr 1832 richtete der italienische Abt Gazzera sein Cosmorama hier ein, eine der ersten Dauerausstellungen von optischen Effekten und Projektionen, die in Paris für Aufsehen sorgte.
Im Jahr 1859 vermachte Anne Sophie „Ermance“ Marchoux (1809–1870), die Tochter des Gründers, die Galerie dem Institut de France, wobei sie ausdrücklich beabsichtigte, die aus dem Betrieb der Galerie erzielten Einnahmen zur Unterstützung von Künstlern einzusetzen, die mit dem angesehenen „Prix de Rome“ ausgezeichnet worden waren. Als Künstlerin wirkte Ermance Marchoux zudem selbst am Erscheinungsbild der Galerie mit, indem sie die beiden Statuen schuf, die noch heute die Eingangstüren des Gebäudes schmücken.
Die Galerie Vivienne florierte im 19. Jahrhundert, besonders während des Second Empire (zweites Kaiserreich). Doch mit dem Umzug vieler Geschäfte hin zu den eleganteren Vierteln rund um die Madeleine und die Champs-Élysées und der Umgestaltung von Paris durch Baron Haussmann verlor sie einen Teil ihrer einstigen Bedeutung.
Im Jahr 1840 fand Eugène-François Vidocq (1775–1857), ein Mann, der in seiner Jugend als Krimineller aufgefallen war, später jedoch zum gefeierten Ermittler aufstieg und als Chef der Sûreté sowie als Privatdetektiv neue Maßstäbe in der Polizeiarbeit setzte, seinen letzten Wohnsitz in der Galerie, die damals durch seine Anwesenheit zusätzlich einen Hauch von Geheimnis erhielt.
Er bewohnte die Wohnung im Gebäude Nr. 13, die über eine monumentale, noch heute erhaltene Treppe erreichbar war. Sein Leben inspirierte zahlreiche Schriftsteller, darunter Honoré de Balzac, Victor Hugo und Alexandre Dumas.
Seit 1870 ist die Académie des Beaux-Arts Miteigentümerin der Galerie.
Ende des 19. Jahrhunderts, zogen Künstler und das „Journal des Artistes“ (Wochenzeitschrift über das künstlerische Leben in Frankreich) in die Galerie und 1888 eröffnete der „Petit-Théâtre de Marionnettes“. 1894 folgte das „Théâtre Lyrique de la Galerie Vivienne.
In den 1920er Jahren stand die Galerie kurz vor dem Abriss, als sie 1926 aus dem Inventar der historischen Denkmäler gestrichen wurde. Im Jahr 1961 brach die Kuppel ein, ohne dass dies größere Aufmerksamkeit oder öffentliche Reaktionen hervorrief. In den 1970er Jahren waren fast alle Geschäfte aus der Galerie Vivienne ausgezogen und die Passage verfallen. Es ist der Künstlerin Huguette Spengler zu verdanken, dass die Galerie ihren alten Glanz wiederfand. Sie erwarb die Geschäftsräume, schuf dort Kunsteinrichtungen und trug damit maßgeblich dazu beitrug, dass die Galerie 1974 unter Denkmalschutz gestellt wurde. In den frühen 1980er-Jahren erlebte die Galerie Vivienne durch die Haute-Couture eine echte Wiedergeburt, nachdem Jean-Paul Gaultier und Yuri Torii im Jahr 1986 hier ihre Boutiquen eröffneten. Kenzo Tagada entdeckte die Galerie schon 1964, als sie noch einen traurigen Anblick bot. Durch eine Reihe von Renovierungen, die 1993 vom Architekten Marc Saltet durchgeführt wurden, erhielt die Galerie ihren früheren Glanz zurück, während ihr historischer Charme bewahrt blieb.

Ein harmonisches Zusammenspiel von Stil und Eleganz
Um die geplante Einkaufspassage zu realisieren, wandte sich Marchoux an den Architekten François-Jacques Delannoy, der kreative Lösungen entwickelte, um die zahlreichen baulichen Herausforderungen zu meistern. Das Baugrundstück war schmal, langgestreckt und leicht geneigt. Hinzu kam die Schwierigkeit, dass auf dem vorgesehenen Verlauf der Galerie bereits drei Gebäude standen, die erhalten und harmonisch in die neue Architektur eingebunden werden mussten.Die verschiedenen Elemente wie Arkaden, Rotunden, rechteckige Säle und schmalere Galerien wurden im pompejanischen Stil und mit kräftigen Farben dekoriert.
An den Wänden finden sich zahlreiche dekorative Elemente, die von fein ausgearbeiteten Holzverkleidungen bis zu kunstvollen Stuckarbeiten reichen.
Die Stuckverzierungen der Galerie zeigen Frauen in antiker Kleidung, die Lorbeerkränze tragen. In Medaillons sind allegorische Figuren zu sehen: Gerechtigkeit mit Waage, Landwirtschaft mit Weizenbündel, Arbeit mit Bienenstock und Musik mit Harfe.
Auf dem Boden fallen die Mosaiken auf, die von Giandomenico Facchina (1826-1903) signiert wurden und etwa in den 1880er-Jahren entstanden, also einige Jahrzehnte nach der Eröffnung der Galerie. Facchina, ein italienischer Mosaikkünstler, ließ sich 1870 in Paris nieder und schuf dort einige der bedeutendsten städtischen Dekorationen, darunter das Opernhaus Charles Garnier, die Warenhäuser Printemps und Le Bon Marché, den Petit Palais und das Musée Grévin.
Besonders bemerkenswert ist Facchinas innovative Technik zum Verlegen von Mosaiken. Die einzelnen Steine wurden zunächst auf einem temporären Untergrund nach einem vorgegebenen Muster zusammengesetzt. Anschließend konnte das komplette Mosaik auf einmal auf eine frisch mit Zement bestrichene Fläche übertragen werden.
Die prächtigen Lampen ergänzen das harmonische Gesamtbild und machen die Galerie zu einem wahren Schmuckstück der Stadt.
Die Galerie Vivienne zählt, gemeinsam mit der Galerie Véro-Dodat und dem Passage du Grand-Cerf, zu den eindrucksvollsten Passagen dieser Epoche. Der älteste Pariser Durchgang entstand 1798, der Passage du Caire.








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