Der Rathausplatz von Paris – Vom blutigen Schauplatz zum kulturellen Zentrum
Der Rathausplatz von Paris, heute offiziell als Place de l'Hôtel de Ville – Esplanade de la Libération bekannt, ist einer der zentralsten und bekanntesten Plätze und blickt auf eine facettenreiche Geschichte zurück.
Von seinen Ursprüngen als Place de la Grève, einem Ort für Handel und Arbeit am Ufer der Seine, hat der Platz eine bemerkenswerte Transformation durchlebt. Er war ein Symbol der Justiz und des Schreckens und ist heute ein kultureller Treffpunkt. Die Entwicklung dieses Ortes spiegelt den tiefgreifenden Wandel wider, den Paris im Laufe der Jahrhunderte durchlebt hat.
In dieser Zeit wuchs der Bereich um den Hafen und entwickelte sich zu einem dichten Viertel. Der Place de la Grève wurde zum Symbol des wirtschaftlichen Lebens der Stadt und zog Kaufleute, Handwerker und Arbeiter an. Diese Tradition des Marktes blieb über Jahrhunderte bestehen und trug zur Entwicklung der Umgebung bei.
Im Jahr 1141 ordnete König Ludwig VII. (1120-1180) an, dass der Markt auf der Place de la Grève geschlossen werden sollte. Dies geschah auf Wunsch der Bürger, die dafür eine Zahlung an die königliche Schatzkammer vornahmen. Somit blieb der Platz frei von Gebäuden. Feiern, wie das Feuer von Saint-Jean, das traditionell vom König von Frankreich selbst entzündet wurde, fanden hier statt. Diese Tradition blieb bis 1648 bestehen, bei der Ludwig XIV. (1638-1715) die letzte Zeremonie dieser Art durchführte.
Der bedeutendste Umbruch in der Geschichte des Platzes begann mit der Entscheidung von François I. (1494-1547), der nach seiner Rückkehr aus den Italienkriegen im Jahr 1533 das bestehende Gebäude „Maison aux Piliers“ durch ein neues Renaissance-Gebäude ersetzen wollte. Er beauftragte den italienischen Architekten Dominique Boccador mit dem Entwurf eines neuen Rathauses, dessen Bau 1533 begann, jedoch erst 1628, fast hundert Jahre später, fertiggestellt wurde.
Im Jahr 1803 wurde der Place de la Grève offiziell in Place de l'Hôtel de Ville umbenannt. Dieser Schritt war Teil einer weitreichenden Umgestaltung der städtischen Identität von Paris, die eng mit den politischen und administrativen Veränderungen der französischen Revolution und der darauffolgenden Napoleonischen Ära verbunden war.
Der Platz spielte auch eine Schlüsselrolle während der Drei Glorreichen Tage (les Trois Glorieuses) im Juli 1830, als in Paris eine Revolution ausbrach. Besonders am 28. Juli 1830 fanden auf dem Place de la Grève schwere Kämpfe zwischen den Truppen und den Aufständischen statt. Der Platz sowie das Hôtel de Ville wechselten mehrmals den Besitzer, bis sie schließlich von den Revolutionären erobert wurden. Diese Auseinandersetzungen führten zur Abdankung von Karl X. und zur Einführung der Julimonarchie.
Die erste dokumentierte Hinrichtung fand 1310 statt, als die Nonne Marguerite Porette für ihre als ketzerisch geltenden mystischen Schriften auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Diese sollte nur den Anfang einer langen Reihe öffentlicher Exekutionen markieren.
Der Place de la Grève war auch der Schauplatz der Verurteilung von Catherine Deshayes, besser bekannt als La Voisin, einer Hebamme und mutmaßlichen Mörderin, die am 22. Januar 1680 wegen ihrer Rolle in der sogenannten Giftaffäre und ihrer Verwicklung in schwarze Magie verbrannt wurde. Dieser Fall erschütterte nicht nur die Gesellschaft, sondern brachte auch das Französische Königshaus in Bedrängnis, da es Verbindungen zu hochrangigen Adligen und der Mätresse von Ludwig XIV. (1638-1715), Madame de Montespan, aufwies. Diese fiel trotz aller Bemühungen schließlich in Ungnade. Die neue Favoritin des Sonnenkönigs wurde Madame de Maintenon, die zunächst als Gouvernante der königlichen Kinder in den königlichen Kreis aufstieg und später sogar die Ehefrau des Königs wurde, nachdem Ludwig XIV. sie heimlich heiratete.
Ebenfalls in die Giftaffäre verwickelt war Marie-Madeleine de Brinvilliers, die hier am 17 Juli 1676 enthauptet wurde.
Ein weiteres Opfer war der Bandit Louis Dominique Cartouche, der am 28. November 1721 auf dem Place de la Grève gerädert wurde. Cartouche war ein berüchtigter Räuber, der die Pariser Polizei jahrelang herausforderte, bevor er gefangen genommen und auf grausame Weise bestraft wurde. Diese Hinrichtung, die zu den bekanntesten der damaligen Zeit gehörte, wurde 1962 mit Jean-Paul Belmondo und Claudia Cardinale in den Hauptrollen in einem Film nacherzählt.
Zu den bekanntesten Hinrichtungen, die auf dem Platz stattfanden, gehörte die von François Ravaillac, dem Mörder von Heinrich IV. (1553-1610), sowie die von Robert-François Damien, der 1757 ein Attentat auf Ludwig XV. (1710-1774) verübte.
Von seinen Ursprüngen als Place de la Grève, einem Ort für Handel und Arbeit am Ufer der Seine, hat der Platz eine bemerkenswerte Transformation durchlebt. Er war ein Symbol der Justiz und des Schreckens und ist heute ein kultureller Treffpunkt. Die Entwicklung dieses Ortes spiegelt den tiefgreifenden Wandel wider, den Paris im Laufe der Jahrhunderte durchlebt hat.
Blick auf das Hôtel de Ville in Paris
Ursprung und Namensgebung
Der Place de l'Hôtel de Ville war ursprünglich als Place de la Grève bekannt. Der Name „Grève“ leitet sich vom französischen Wort für Kiesstrand ab. Der Platz lag direkt an der Seine, an einem Uferabschnitt, der von Kies und Sand bedeckt war und somit ideal für das Entladen von Schiffen geeignet war. Bereits im 12. Jahrhundert diente er als Hafen und wurde zu einem wichtigen Umschlagplatz für Waren, die über die Seine transportiert wurden. Holz, Wein, Getreide und Heu wurden hier entladen, was zur Entstehung eines lebhaften Marktes führte und eine entscheidende Rolle in der Versorgung der Stadt spielte.In dieser Zeit wuchs der Bereich um den Hafen und entwickelte sich zu einem dichten Viertel. Der Place de la Grève wurde zum Symbol des wirtschaftlichen Lebens der Stadt und zog Kaufleute, Handwerker und Arbeiter an. Diese Tradition des Marktes blieb über Jahrhunderte bestehen und trug zur Entwicklung der Umgebung bei.
Im Jahr 1141 ordnete König Ludwig VII. (1120-1180) an, dass der Markt auf der Place de la Grève geschlossen werden sollte. Dies geschah auf Wunsch der Bürger, die dafür eine Zahlung an die königliche Schatzkammer vornahmen. Somit blieb der Platz frei von Gebäuden. Feiern, wie das Feuer von Saint-Jean, das traditionell vom König von Frankreich selbst entzündet wurde, fanden hier statt. Diese Tradition blieb bis 1648 bestehen, bei der Ludwig XIV. (1638-1715) die letzte Zeremonie dieser Art durchführte.
Der Platz als politisches und gesellschaftliches Zentrum
Die zunehmende Bedeutung des Platzes als politischer und sozialer Mittelpunkt Pariser Stadtgeschichte führte dazu, dass er ab 1357 auch als Sitz der Pariser Stadtverwaltung genutzt wurde. Der Pariser Stadtvorsteher und Kaufmann Étienne Marcel erwarb zu dieser Zeit das „Maison aux Piliers“, ein Gebäude, das fortan als Verwaltungszentrum diente. Dies markierte den Beginn einer langen Tradition, bei der der Place de la Grève nicht nur ein Handelszentrum, sondern auch ein politisches Symbol wurde.Der bedeutendste Umbruch in der Geschichte des Platzes begann mit der Entscheidung von François I. (1494-1547), der nach seiner Rückkehr aus den Italienkriegen im Jahr 1533 das bestehende Gebäude „Maison aux Piliers“ durch ein neues Renaissance-Gebäude ersetzen wollte. Er beauftragte den italienischen Architekten Dominique Boccador mit dem Entwurf eines neuen Rathauses, dessen Bau 1533 begann, jedoch erst 1628, fast hundert Jahre später, fertiggestellt wurde.
Im Jahr 1803 wurde der Place de la Grève offiziell in Place de l'Hôtel de Ville umbenannt. Dieser Schritt war Teil einer weitreichenden Umgestaltung der städtischen Identität von Paris, die eng mit den politischen und administrativen Veränderungen der französischen Revolution und der darauffolgenden Napoleonischen Ära verbunden war.
Der Platz spielte auch eine Schlüsselrolle während der Drei Glorreichen Tage (les Trois Glorieuses) im Juli 1830, als in Paris eine Revolution ausbrach. Besonders am 28. Juli 1830 fanden auf dem Place de la Grève schwere Kämpfe zwischen den Truppen und den Aufständischen statt. Der Platz sowie das Hôtel de Ville wechselten mehrmals den Besitzer, bis sie schließlich von den Revolutionären erobert wurden. Diese Auseinandersetzungen führten zur Abdankung von Karl X. und zur Einführung der Julimonarchie.
Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen
In den Jahrhunderten vor der Umbenennung war der Place de la Grève vor allem als Ort öffentlicher Hinrichtungen bekannt. Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert war der Platz ein wichtiger Schauplatz für die Bestrafung von Verbrechern, politischen Gefangenen und Ketzern, die von der Pariser Gesellschaft als Bedrohung angesehen wurden.Die erste dokumentierte Hinrichtung fand 1310 statt, als die Nonne Marguerite Porette für ihre als ketzerisch geltenden mystischen Schriften auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Diese sollte nur den Anfang einer langen Reihe öffentlicher Exekutionen markieren.
Der Place de la Grève war auch der Schauplatz der Verurteilung von Catherine Deshayes, besser bekannt als La Voisin, einer Hebamme und mutmaßlichen Mörderin, die am 22. Januar 1680 wegen ihrer Rolle in der sogenannten Giftaffäre und ihrer Verwicklung in schwarze Magie verbrannt wurde. Dieser Fall erschütterte nicht nur die Gesellschaft, sondern brachte auch das Französische Königshaus in Bedrängnis, da es Verbindungen zu hochrangigen Adligen und der Mätresse von Ludwig XIV. (1638-1715), Madame de Montespan, aufwies. Diese fiel trotz aller Bemühungen schließlich in Ungnade. Die neue Favoritin des Sonnenkönigs wurde Madame de Maintenon, die zunächst als Gouvernante der königlichen Kinder in den königlichen Kreis aufstieg und später sogar die Ehefrau des Königs wurde, nachdem Ludwig XIV. sie heimlich heiratete.
Ebenfalls in die Giftaffäre verwickelt war Marie-Madeleine de Brinvilliers, die hier am 17 Juli 1676 enthauptet wurde.
Ein weiteres Opfer war der Bandit Louis Dominique Cartouche, der am 28. November 1721 auf dem Place de la Grève gerädert wurde. Cartouche war ein berüchtigter Räuber, der die Pariser Polizei jahrelang herausforderte, bevor er gefangen genommen und auf grausame Weise bestraft wurde. Diese Hinrichtung, die zu den bekanntesten der damaligen Zeit gehörte, wurde 1962 mit Jean-Paul Belmondo und Claudia Cardinale in den Hauptrollen in einem Film nacherzählt.
Zu den bekanntesten Hinrichtungen, die auf dem Platz stattfanden, gehörte die von François Ravaillac, dem Mörder von Heinrich IV. (1553-1610), sowie die von Robert-François Damien, der 1757 ein Attentat auf Ludwig XV. (1710-1774) verübte.
Damien, dessen Hinrichtung besonders berüchtigt wurde, erlebte eine der grausamsten Strafen der französischen Geschichte. Bevor er gevierteilt wurde, folterte man ihn mit den grauenhaftesten Methoden. So wurde er zuerst von einem Pferd durch die Straßen gezogen und danach gehängt, jedoch nicht lange genug, um ihn zu töten. Seine Hand, in der er das Messer zum Attackieren benutzte, wurde mit Schwefel verbrannt. Nachdem Damien schon schrecklich gelitten hatte, wurde er entmannt und ausgeweidet. Man schüttete heißes Öl und Blei in seine offenen Wunden. Doch das Volk und der Scharfrichter hatten noch nicht genug und Damien wurden durch Entreißen der Gliedmaßen gevierteilt. Insgesamt soll seine Hinrichtung eineinhalb Stunden gedauert haben. Schließlich wurde sein Körper verbrannt.
Sein Scharfrichter Nicolas-Charles-Gabriel Sanson stammte aus einer sehr berühmten Familie, in der dieser „Beruf“ von Generation zu Generation ausgeübt wurde (1675-1687 in Reims, 1688-1847 in Paris). So assistierte sein Neffe Charles-Henri Sanson (1739-1806) bei der Hinrichtung Damiens in 1757.
Charles-Henri Sanson führte die erste Vollstreckung mit der Guillotine durch, als er am 25. April 1792 Nicolas-Jacques Pelletier auf diesem Platz hinrichtete. Sanson war auch derjenige, der Ludwig XVI. im Januar 1793 und Marie-Antoinette im Oktober 1793 auf dem Place de la Révolution (heute Place de la Concorde) enthauptete. Sein Sohn assistierte ihm bei der Hinrichtung von Marie-Antoinette.
Die Guillotine stand bis zum 21. August 1792 auf dem Place de la Grève und wurde anschließend von November 1794 bis Mai 1795 wieder aufgestellt.
Mit der Französischen Revolution und den politischen Umwälzungen des 18. Jahrhunderts verlor der Place de la Grève seine Bedeutung als Hinrichtungsort und erlebte eine Umgestaltung. Besonders im 19. Jahrhundert nahm der Platz eine neue Bedeutung an, als die politischen Kämpfe und sozialen Spannungen Paris prägten.
Während der Pariser Kommune, die im März 1871 begann, wurde das Rathaus erneut zu einem politischen Zentrum. Unter der Leitung von Jean-Louis Pindy wurde das Gebäude zum Sitz der Nationalgarde und des Rates der Kommune, einer revolutionären Regierung, die versuchte, die soziale und politische Ordnung der Stadt grundlegend zu verändern. Doch der Konflikt eskalierte und während der Blutigen Woche im Mai 1871 versuchten die Versailler Truppen, die Kontrolle über Paris zurückzuerlangen. Um den Vormarsch der feindlichen Armee zu verzögern, setzten die Kommunarden wichtige Gebäude in Brand.
Am 23. und 24. Mai 1871 wurden das Hôtel de Ville, das Nebengebäude an der Avenue Victoria und ein Teil des Justizpalasts in Brand gesetzt. Diese Feuer vernichteten nicht nur das Gebäude, sondern auch wertvolle Archive und Dokumente, die für die Stadtgeschichte von Paris von großer Bedeutung waren.
Trotz der schweren Zerstörungen konnten einige Überreste des Gebäudes geborgen werden. Diese wurden später in verschiedenen Pariser Museen und öffentlichen Orten ausgestellt, darunter im Parc Monceau, im Musée Carnavalet und auf dem Square Paul-Langevin. Sie zeugen heute von den dramatischen Ereignissen rund um die Pariser Kommune und der Zerstörung eines wichtigen Teils der Pariser Geschichte.
Am 22. April 2013 beschloss der Rat von Paris den Platz offiziell in „Place de l'Hôtel-de-Ville - Esplanade de la Libération“ umzubenennen. Diese Entscheidung würdigt die Befreier von Paris im Jahr 1944, die während des Zweiten Weltkriegs die Stadt von der nationalsozialistischen Besatzung befreiten. Der neue Name verweist auf die entscheidende Rolle, die Paris im August 1944 spielte, als die Pariser Bevölkerung zusammen mit den alliierten Truppen gegen die deutsche Besatzung kämpfte.
Sein Scharfrichter Nicolas-Charles-Gabriel Sanson stammte aus einer sehr berühmten Familie, in der dieser „Beruf“ von Generation zu Generation ausgeübt wurde (1675-1687 in Reims, 1688-1847 in Paris). So assistierte sein Neffe Charles-Henri Sanson (1739-1806) bei der Hinrichtung Damiens in 1757.
Charles-Henri Sanson führte die erste Vollstreckung mit der Guillotine durch, als er am 25. April 1792 Nicolas-Jacques Pelletier auf diesem Platz hinrichtete. Sanson war auch derjenige, der Ludwig XVI. im Januar 1793 und Marie-Antoinette im Oktober 1793 auf dem Place de la Révolution (heute Place de la Concorde) enthauptete. Sein Sohn assistierte ihm bei der Hinrichtung von Marie-Antoinette.
Die Guillotine stand bis zum 21. August 1792 auf dem Place de la Grève und wurde anschließend von November 1794 bis Mai 1795 wieder aufgestellt.
Mit der Französischen Revolution und den politischen Umwälzungen des 18. Jahrhunderts verlor der Place de la Grève seine Bedeutung als Hinrichtungsort und erlebte eine Umgestaltung. Besonders im 19. Jahrhundert nahm der Platz eine neue Bedeutung an, als die politischen Kämpfe und sozialen Spannungen Paris prägten.
Brand und politische Umwälzungen
Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 und nach der Niederlage der französischen Truppen bei Sedan verbreitete sich in Paris die Nachricht von der Gefangennahme von Kaiser Napoleon III. Im Rathaus wurde die Regierung der Nationalen Verteidigung gebildet, um das Land gegen die drohende Besetzung durch Preußen zu verteidigen.Während der Pariser Kommune, die im März 1871 begann, wurde das Rathaus erneut zu einem politischen Zentrum. Unter der Leitung von Jean-Louis Pindy wurde das Gebäude zum Sitz der Nationalgarde und des Rates der Kommune, einer revolutionären Regierung, die versuchte, die soziale und politische Ordnung der Stadt grundlegend zu verändern. Doch der Konflikt eskalierte und während der Blutigen Woche im Mai 1871 versuchten die Versailler Truppen, die Kontrolle über Paris zurückzuerlangen. Um den Vormarsch der feindlichen Armee zu verzögern, setzten die Kommunarden wichtige Gebäude in Brand.
Am 23. und 24. Mai 1871 wurden das Hôtel de Ville, das Nebengebäude an der Avenue Victoria und ein Teil des Justizpalasts in Brand gesetzt. Diese Feuer vernichteten nicht nur das Gebäude, sondern auch wertvolle Archive und Dokumente, die für die Stadtgeschichte von Paris von großer Bedeutung waren.
Trotz der schweren Zerstörungen konnten einige Überreste des Gebäudes geborgen werden. Diese wurden später in verschiedenen Pariser Museen und öffentlichen Orten ausgestellt, darunter im Parc Monceau, im Musée Carnavalet und auf dem Square Paul-Langevin. Sie zeugen heute von den dramatischen Ereignissen rund um die Pariser Kommune und der Zerstörung eines wichtigen Teils der Pariser Geschichte.
Am 22. April 2013 beschloss der Rat von Paris den Platz offiziell in „Place de l'Hôtel-de-Ville - Esplanade de la Libération“ umzubenennen. Diese Entscheidung würdigt die Befreier von Paris im Jahr 1944, die während des Zweiten Weltkriegs die Stadt von der nationalsozialistischen Besatzung befreiten. Der neue Name verweist auf die entscheidende Rolle, die Paris im August 1944 spielte, als die Pariser Bevölkerung zusammen mit den alliierten Truppen gegen die deutsche Besatzung kämpfte.
In der Literatur
In Victor Hugos Werken wird die Place de la Grève als düsterer Ort der Strafjustiz und des Todes dargestellt. In „Le Dernier Jour d’un Condamné“ (1829) beschreibt er die Atmosphäre des Platzes als Schauplatz für öffentliche Hinrichtungen. Besonders eindrucksvoll wird der Platz jedoch in „Notre-Dame de Paris“ (1831) dargestellt.„Der Grèveplatz hatte seitdem das düstre Aussehen, welches ihm noch heute der abscheuliche Gedanke, den er wachruft, und das düstre Stadthaus des Domenik Bocador bewahren, welches das Säulenhaus ersetzt hat. Freilich trugen ein bleibender Galgen und Pranger (»Gerechtigkeit« und »Leiter«, wie man es damals nannte), die mitten auf dem Straßenpflaster neben einander errichtet waren, nicht wenig dazu bei, die Augen von
diesem verhängnisvollen Platze, auf dem so viele gesundheit- und lebenstrotzende Wesen
verendet waren, wegwenden zu lassen; dort sollte fünfzig Jahre später jenes »Saint-Vallier-
Fieber«F32 entstehen, diese Krankheit des Schaffotschreckens, die fürchterlichste aller
Krankheiten, weil sie nicht von Gott, sondern von Menschen herrührt.“
Blick vom Rathausplatz auf das Geschäft BHV


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