Château de Champs-sur-Marne – Glanz und Geheimnisse eines französischen Lustschlosses
Zwischen Paris und der ländlichen Idylle des Departements Seine-et-Marne liegt das Schloss von Champs-sur-Marne, eines der schönsten Beispiele französischer Landschlösser des frühen 18. Jahrhunderts. Schon die Fassade kündigt Eleganz und historische Bedeutung an. Über die Jahrhunderte wandelte sich Champs-sur-Marne vom herrschaftlichen Landsitz zu einem Zentrum kultureller Begegnungen, das Voltaire, Diderot, Chateaubriand und die Marquise de Pompadour willkommen hieß. Es ist eines der am schönsten eingerichteten Schlösser der Region Ile-de-France.
Der rund 85 Hektar große Park, der mit dem Label „Jardin remarquable“ ausgezeichnet ist, vereint klassische französische Gärten und englische Landschaftsgestaltung.
Heute wird das Schloss vom Centre des Monuments Nationaux verwaltet.
Ein zweiter Finanzier, Paul Poisson de Bourvallais, übernahm das Projekt 1703, vollendete es 1707 und ließ um 1710 die ersten Gärten im französischen Stil, vermutlich nach Plänen des Landschaftsarchitekten Claude Desgots (1658-1732), einem Neffen von André Le Nôtre, anlegen.
Der Tod Ludwigs XIV. im September 1715 markierte nicht nur das Ende einer Epoche, sondern hatte auch unmittelbare Folgen für Paul Poisson de Bourvallais, der wegen finanzieller Vergehen verurteilt und in der Bastille eingesperrt wurde.
Angesichts der drohenden Todesstrafe suchte Bourvallais einen Ausweg und wandte sich mit einem außergewöhnlichen Vorschlag an Philippe II. de Bourbon, duc d’Orléans, der zu dieser Zeit für den minderjährigen Ludwig XV. die Regentschaft des Königreichs übernahm. Um sein Leben zu retten, bot er dem Staat einen erheblichen Teil seines Vermögens an. Dazu gehörte das weitläufige Landgut Champs mit einer Fläche von rund 2.000 Hektar, das größer war als das damalige Stadtgebiet von Paris, sowie ein luxuriöses Pariser Palais. Dieser Stadtpalast wurde bereits wenige Jahre später zum Amtssitz des Kanzlers der Krone und dient bis heute als Sitz des französischen Justizministeriums an der Place Vendôme.
Das Anwesen fiel an Marie Anne de Bourbon, Fürstin von Conti (1666-1739), eine legitimierte Tochter Ludwigs XIV., die es nur kurz besaß und 1718 an ihren Cousin, den Duc de La Vallière (Charles François de la Baume Le Blanc), übergab.
Mit der Familie La Vallière begann eine der glanzvollsten Phasen des Schlosses. Besonders Louis-César de La Vallière, Sohn des Herzogs, entwickelte das Schloss zu einem Zentrum des geistigen und kulturellen Lebens. Als großer Kunst- und Bücherliebhaber hieß er in Champs-sur-Marne zahlreiche Persönlichkeiten willkommen, darunter Voltaire, Diderot, d’Alembert und andere Intellektuelle der Aufklärung des 18. Jahrhunderts.
Nachdem Louis-César de La Vallière um 1750 mit dem Bau seines neuen Schlosses in Montrouge begonnen hatte, verlor das Schloss in Champs für ihn an Bedeutung, und er bemühte sich vergeblich, das gesamte Gut zu veräußern. Da sich kein Käufer fand, entschied er sich schließlich, das Schloss zeitweise zu vermieten. Zwischen Juli 1757 und Januar 1759 überließ er es seiner engen Freundin, der Marquise de Pompadour, gegen eine jährliche Miete. Während ihres Aufenthalts nutzte die einflussreiche Favoritin Ludwigs XV. Champs-sur-Marne als Rückzugsort und empfing hier im November 1757 unter anderem Charles de Rohan, Prince de Soubise, der nach der Niederlage von Rossbach nach Frankreich zurückgekehrt war.
Im August 1763 verkaufte der hoch verschuldete Louis-César de La Vallière das Schloss an Gabriel Michel de Tharon, Direktor der Ostindien-Kompanie. Später unter dessen Tochter, Anne-Henriette-Françoise, Marquise de Marbeuf, geriet das Anwesen in eine politisch unsichere Zeit. Während der Französischen Revolution wurde die Marquise 1794 hingerichtet, und das Schloss fiel als Nationalgut an den Staat.
Im Jahr 1801 wurde das Anwesen an Pierre-Marc-Gaston de Lévis, einen Neffen der Marquise, restituiert. Zu dieser Zeit wandelte sich der Park teilweise zu einem englischen Landschaftsgarten. Lévis empfing zahlreiche Persönlichkeiten, unter ihnen François-René de Chateaubriand, dessen Aufenthalte dem Schloss eine bedeutende literarische Prägung verliehen. Champs-sur-Marne wurde damit zu einem Ort, an dem sich politische Umbrüche und die Ideen der Romantik begegneten.
Das Anwesen wechselte noch mehrfach den Besitzer, bis es 1895 vom Bankier Louis Cahen d’Anvers und seiner Frau Louise de Morpurgo erworben wurde. Neben dem Schloss, dessen Dachgeschoss im 19. Jahrhundert zerstört worden war, umfasste der 600 Hektar große Besitz auch zwei Bauernhöfe, Acker- und Waldflächen, sowie einen rund 100 Hektar großen, vernachlässigten Park.
Das Paar ließ das Schloss durch den Architekten Walter-André Destailleur umfassend restaurieren und modernisieren, ohne die Eleganz des 18. Jahrhunderts zu verfälschen. Elektrizität, fließendes Wasser und zeitgemäßer Komfort mit einer bedeutenden Sammlung historischer Möbel hielten Einzug und machten das Schloss erneut zu einem Ort gehobener Lebensart.
Während der Belle Époque wurde Champs-sur-Marne wieder zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Persönlichkeiten wie Marcel Proust, und König Alfons XIII. von Spanien gehörten zu den Gästen. 1934 übergab Charles Cahen d’Anvers, der Sohn des Eigentümers, das Schloss dem französischen Staat unter der Bedingung, dass das Anwesen bewahrt werde. Bereits 1935 wurde es als Monument historique klassifiziert und diente ab 1959 als offizielle Residenz für ausländische Staatsgäste bei Besuchen in Frankreich, bevor es 1974 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Im September 2006 stürzte eine Decke ein, die durch einen Pilzbefall geschwächt wurde. Um den historischen Bau zu retten, startete der Staat umfangreiche Restaurierungsarbeiten und rief zugleich einen Förderkreis für Sponsoren ins Leben. Unter der Leitung von Jacques Moulin, dem Chefarchitekten der historischen Denkmäler, wurden nicht nur die Gebäudestruktur gesichert, sondern auch die prächtigen Innenräume im Erdgeschoss restauriert, wie der große Versammlungssaal mit Blick auf die Gärten, das elegante blau gehaltene Boudoir und der exotisch dekorierte chinesische Salon.
Kurz zuvor hatte Ludwig XV. im Schloss von Choisy für die Marquise de Pompadour ein Zimmer im Stil der chinoiserie gestalten lassen. Als enger Freund der Favoritin ließ sich der Herzog von diesem Beispiel inspirieren. Er beauftragte den bekannten Maler Christophe Huet, die Wände mit exotischen Dekorationen zu schmücken, die damals in Mode waren und die Faszination Europas für ferne Länder widerspiegelten.
Die Vertäfelungen zeigten Figuren in exotischen Kostümen bei Spiel, Tanz oder alltäglichen Aktivitäten, die in einer idealisierten, fantasievollen Art dargestellt werden.
Diese Dekoration zählt heute zu den selten erhaltenen Beispielen ausgefallener chinoiserie‑Kunst im Frankreich des 18. Jahrhunderts.
Das heutige Esszimmer der Kinder (salle à manger des enfants) war ursprünglich das Badezimmer der Marquise de Pompadour und wurde auf ihren Wunsch vom Architekten Ange-Jacques Gabriel modernisiert. Die Wände sind durch farbenfrohe Stuckverzierungen in Marmoroptik dekoriert.
Im 19. Jahrhundert nutzte die Familie Cahen d’Anvers den Raum als separates Esszimmer für ihre Enkelkinder. In der großbürgerlichen Gesellschaft jener Zeit war es üblich, dass Kinder ihre Mahlzeiten getrennt von den Erwachsenen einnahmen und eigene Lebensbereiche hatten, oft betreut von Personal aus Gouvernanten, englischen Erzieherinnen, Musik‑ und Kunstlehrern. Die ehemaligen Kinderzimmer befanden sich im zweiten Stock.
Ursprünglich streng im Stil des französischen Barock mit symmetrischen Achsen, dekorativen Beeten und Wasserspielen angelegt, verwandelte sich der stark vernachlässigte Park Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Landschaftsarchitekten Henri und Achille Duchêne zu einem „gemischten Garten“, in dem Elemente des französischen Gartens mit einem natürlich wirkenden englischen Landschaftspark verschmolzen.
Von der zentralen Terrasse aus erstreckt sich eine lange Perspektive von fast einem Kilometer bis zur Marne, gesäumt von Parterres und klassischen Statuen, darunter Nachbildungen berühmter antiker Skulpturen.
Ein besonderer Blickfang ist das Bassin der Skylla. Die Bleiskulptur zeigt die junge Nymphe, die in ein furchterregendes Seeungeheuer verwandelt wird, umgeben von heulenden Wölfen und zischenden Schlangen. Das Motiv basiert auf einem Entwurf von Charles Le Brun (1619–1690), dem ersten Maler Ludwigs XIV., Direktor der Académie royale de peinture et de sculpture und der Manufaktur der Gobelins. Le Brun hatte sich vor allem durch die Dekoration des Schlosses von Versailles, darunter die Galerie des Glaces, einen Namen gemacht. Ursprünglich hatte er den Entwurf für den Park von Sceaux geschaffen.
Der Garten wurde mehrfach mit dem Label „Jardin remarquable“ ausgezeichnet, einer offiziellen Anerkennung für historische, botanisch und gestalterisch herausragende Gärten.
Anreise:
RER A - Station Noisiel le Luzard, dann 20 Minuten zu Fuß, oder mit dem Bus Nr.220.
Der rund 85 Hektar große Park, der mit dem Label „Jardin remarquable“ ausgezeichnet ist, vereint klassische französische Gärten und englische Landschaftsgestaltung.
Heute wird das Schloss vom Centre des Monuments Nationaux verwaltet.
Die bewegte Geschichte eines Lustschlosses
Die Geschichte des Schlosses von Champs-sur-Marne beginnt schon lange vor dem Bau des heutigen Gebäudes. Die Seigneurie von Champs wird im Mittelalter mehrfach vererbt oder verkauft, bis sie Ende des 17. Jahrhunderts in den Besitz wohlhabender Finanzleute übergeht. Um 1698 beauftragt Charles Renouard de La Touanne, Schatzmeister von König Ludwig XIV., die Architekten Pierre Bullet und seinen Sohn Jean-Baptiste Bullet de Chamblain, einen eleganten Landsitz zu errichten, doch Touanne geht kurz darauf bankrott, bevor der Bau vollendet ist.Ein zweiter Finanzier, Paul Poisson de Bourvallais, übernahm das Projekt 1703, vollendete es 1707 und ließ um 1710 die ersten Gärten im französischen Stil, vermutlich nach Plänen des Landschaftsarchitekten Claude Desgots (1658-1732), einem Neffen von André Le Nôtre, anlegen.
Der Tod Ludwigs XIV. im September 1715 markierte nicht nur das Ende einer Epoche, sondern hatte auch unmittelbare Folgen für Paul Poisson de Bourvallais, der wegen finanzieller Vergehen verurteilt und in der Bastille eingesperrt wurde.
Angesichts der drohenden Todesstrafe suchte Bourvallais einen Ausweg und wandte sich mit einem außergewöhnlichen Vorschlag an Philippe II. de Bourbon, duc d’Orléans, der zu dieser Zeit für den minderjährigen Ludwig XV. die Regentschaft des Königreichs übernahm. Um sein Leben zu retten, bot er dem Staat einen erheblichen Teil seines Vermögens an. Dazu gehörte das weitläufige Landgut Champs mit einer Fläche von rund 2.000 Hektar, das größer war als das damalige Stadtgebiet von Paris, sowie ein luxuriöses Pariser Palais. Dieser Stadtpalast wurde bereits wenige Jahre später zum Amtssitz des Kanzlers der Krone und dient bis heute als Sitz des französischen Justizministeriums an der Place Vendôme.
Das Anwesen fiel an Marie Anne de Bourbon, Fürstin von Conti (1666-1739), eine legitimierte Tochter Ludwigs XIV., die es nur kurz besaß und 1718 an ihren Cousin, den Duc de La Vallière (Charles François de la Baume Le Blanc), übergab.
Mit der Familie La Vallière begann eine der glanzvollsten Phasen des Schlosses. Besonders Louis-César de La Vallière, Sohn des Herzogs, entwickelte das Schloss zu einem Zentrum des geistigen und kulturellen Lebens. Als großer Kunst- und Bücherliebhaber hieß er in Champs-sur-Marne zahlreiche Persönlichkeiten willkommen, darunter Voltaire, Diderot, d’Alembert und andere Intellektuelle der Aufklärung des 18. Jahrhunderts.
Nachdem Louis-César de La Vallière um 1750 mit dem Bau seines neuen Schlosses in Montrouge begonnen hatte, verlor das Schloss in Champs für ihn an Bedeutung, und er bemühte sich vergeblich, das gesamte Gut zu veräußern. Da sich kein Käufer fand, entschied er sich schließlich, das Schloss zeitweise zu vermieten. Zwischen Juli 1757 und Januar 1759 überließ er es seiner engen Freundin, der Marquise de Pompadour, gegen eine jährliche Miete. Während ihres Aufenthalts nutzte die einflussreiche Favoritin Ludwigs XV. Champs-sur-Marne als Rückzugsort und empfing hier im November 1757 unter anderem Charles de Rohan, Prince de Soubise, der nach der Niederlage von Rossbach nach Frankreich zurückgekehrt war.
Im August 1763 verkaufte der hoch verschuldete Louis-César de La Vallière das Schloss an Gabriel Michel de Tharon, Direktor der Ostindien-Kompanie. Später unter dessen Tochter, Anne-Henriette-Françoise, Marquise de Marbeuf, geriet das Anwesen in eine politisch unsichere Zeit. Während der Französischen Revolution wurde die Marquise 1794 hingerichtet, und das Schloss fiel als Nationalgut an den Staat.
Im Jahr 1801 wurde das Anwesen an Pierre-Marc-Gaston de Lévis, einen Neffen der Marquise, restituiert. Zu dieser Zeit wandelte sich der Park teilweise zu einem englischen Landschaftsgarten. Lévis empfing zahlreiche Persönlichkeiten, unter ihnen François-René de Chateaubriand, dessen Aufenthalte dem Schloss eine bedeutende literarische Prägung verliehen. Champs-sur-Marne wurde damit zu einem Ort, an dem sich politische Umbrüche und die Ideen der Romantik begegneten.
Das Anwesen wechselte noch mehrfach den Besitzer, bis es 1895 vom Bankier Louis Cahen d’Anvers und seiner Frau Louise de Morpurgo erworben wurde. Neben dem Schloss, dessen Dachgeschoss im 19. Jahrhundert zerstört worden war, umfasste der 600 Hektar große Besitz auch zwei Bauernhöfe, Acker- und Waldflächen, sowie einen rund 100 Hektar großen, vernachlässigten Park.
Das Paar ließ das Schloss durch den Architekten Walter-André Destailleur umfassend restaurieren und modernisieren, ohne die Eleganz des 18. Jahrhunderts zu verfälschen. Elektrizität, fließendes Wasser und zeitgemäßer Komfort mit einer bedeutenden Sammlung historischer Möbel hielten Einzug und machten das Schloss erneut zu einem Ort gehobener Lebensart.
Während der Belle Époque wurde Champs-sur-Marne wieder zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Persönlichkeiten wie Marcel Proust, und König Alfons XIII. von Spanien gehörten zu den Gästen. 1934 übergab Charles Cahen d’Anvers, der Sohn des Eigentümers, das Schloss dem französischen Staat unter der Bedingung, dass das Anwesen bewahrt werde. Bereits 1935 wurde es als Monument historique klassifiziert und diente ab 1959 als offizielle Residenz für ausländische Staatsgäste bei Besuchen in Frankreich, bevor es 1974 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Im September 2006 stürzte eine Decke ein, die durch einen Pilzbefall geschwächt wurde. Um den historischen Bau zu retten, startete der Staat umfangreiche Restaurierungsarbeiten und rief zugleich einen Förderkreis für Sponsoren ins Leben. Unter der Leitung von Jacques Moulin, dem Chefarchitekten der historischen Denkmäler, wurden nicht nur die Gebäudestruktur gesichert, sondern auch die prächtigen Innenräume im Erdgeschoss restauriert, wie der große Versammlungssaal mit Blick auf die Gärten, das elegante blau gehaltene Boudoir und der exotisch dekorierte chinesische Salon.
Exotische Träume und gelebter Alltag
Einer der beeindruckendsten Räume im Schloss ist der Salon chinois, der 1748 auf Wunsch des damaligen Eigentümers, des Duc de La Vallière, entstand.Kurz zuvor hatte Ludwig XV. im Schloss von Choisy für die Marquise de Pompadour ein Zimmer im Stil der chinoiserie gestalten lassen. Als enger Freund der Favoritin ließ sich der Herzog von diesem Beispiel inspirieren. Er beauftragte den bekannten Maler Christophe Huet, die Wände mit exotischen Dekorationen zu schmücken, die damals in Mode waren und die Faszination Europas für ferne Länder widerspiegelten.
Die Vertäfelungen zeigten Figuren in exotischen Kostümen bei Spiel, Tanz oder alltäglichen Aktivitäten, die in einer idealisierten, fantasievollen Art dargestellt werden.
Diese Dekoration zählt heute zu den selten erhaltenen Beispielen ausgefallener chinoiserie‑Kunst im Frankreich des 18. Jahrhunderts.
Das heutige Esszimmer der Kinder (salle à manger des enfants) war ursprünglich das Badezimmer der Marquise de Pompadour und wurde auf ihren Wunsch vom Architekten Ange-Jacques Gabriel modernisiert. Die Wände sind durch farbenfrohe Stuckverzierungen in Marmoroptik dekoriert.
Im 19. Jahrhundert nutzte die Familie Cahen d’Anvers den Raum als separates Esszimmer für ihre Enkelkinder. In der großbürgerlichen Gesellschaft jener Zeit war es üblich, dass Kinder ihre Mahlzeiten getrennt von den Erwachsenen einnahmen und eigene Lebensbereiche hatten, oft betreut von Personal aus Gouvernanten, englischen Erzieherinnen, Musik‑ und Kunstlehrern. Die ehemaligen Kinderzimmer befanden sich im zweiten Stock.
Vom französischen Ideal zum Landschaftspark
Der rund 85 Hektar große Park des Schlosses spiegelt die Hofkultur und Gartenkunst des 18. Jahrhunderts wider und vereint sowohl klassische wie auch romantische Elemente.Ursprünglich streng im Stil des französischen Barock mit symmetrischen Achsen, dekorativen Beeten und Wasserspielen angelegt, verwandelte sich der stark vernachlässigte Park Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Landschaftsarchitekten Henri und Achille Duchêne zu einem „gemischten Garten“, in dem Elemente des französischen Gartens mit einem natürlich wirkenden englischen Landschaftspark verschmolzen.
Von der zentralen Terrasse aus erstreckt sich eine lange Perspektive von fast einem Kilometer bis zur Marne, gesäumt von Parterres und klassischen Statuen, darunter Nachbildungen berühmter antiker Skulpturen.
Ein besonderer Blickfang ist das Bassin der Skylla. Die Bleiskulptur zeigt die junge Nymphe, die in ein furchterregendes Seeungeheuer verwandelt wird, umgeben von heulenden Wölfen und zischenden Schlangen. Das Motiv basiert auf einem Entwurf von Charles Le Brun (1619–1690), dem ersten Maler Ludwigs XIV., Direktor der Académie royale de peinture et de sculpture und der Manufaktur der Gobelins. Le Brun hatte sich vor allem durch die Dekoration des Schlosses von Versailles, darunter die Galerie des Glaces, einen Namen gemacht. Ursprünglich hatte er den Entwurf für den Park von Sceaux geschaffen.
Der Garten wurde mehrfach mit dem Label „Jardin remarquable“ ausgezeichnet, einer offiziellen Anerkennung für historische, botanisch und gestalterisch herausragende Gärten.
Nützliche Informationen
Adresse:Château de Champs-sur-Marne
31, rue de Paris, 77420 Champs-sur-Marne
Anreise:
RER A - Station Noisiel le Luzard, dann 20 Minuten zu Fuß, oder mit dem Bus Nr.220.
Von Paris aus: A4, Ausfahrt Nr. 10 Champs, der Beschilderung „Château de Champs” folgen.
Tarife:
Gratis für EU-Bürger bis 26 Jahre oder mit der Karte "Passion Monuments", sowie jeden ersten Sonntag im Monat (November bis März) für alle Besucher.
Tarife:
Gratis für EU-Bürger bis 26 Jahre oder mit der Karte "Passion Monuments", sowie jeden ersten Sonntag im Monat (November bis März) für alle Besucher.
Normaltarif 9€. Mit dem Pass Navigo 7,50€.
Picknicken ist in einigen Bereichen des Parks gestattet.
Internetseite:
https://www.chateau-champs-sur-marne.fr/
Internetseite:
https://www.chateau-champs-sur-marne.fr/
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