Château de Blandy-les-Tours – Von merowingischen Gräbern zu mittelalterlichen Legenden
Südöstlich von Paris, in der historischen Landschaft der Brie, liegt das Château de Blandy-les-Tours, dessen mächtige Wehrmauern und Türme bis heute von seiner mittelalterlichen Vergangenheit zeugen. Die mittelalterliche Burg im Département Seine-et-Marne zählt zu den bemerkenswerten erhaltenen Beispielen militärischer Architektur in der Île-de-France. Ihre Geschichte führt von einem befestigten Herrensitz des Mittelalters über den Wandel zur adeligen Residenz bis hin zu einer ungewöhnlichen Nutzung als landwirtschaftlicher Betrieb. Erst umfangreiche Restaurierungsarbeiten bewahrten die Anlage vor dem endgültigen Verfall.
Mit Blandy-les-Tours verbinden sich jedoch nicht nur historische Ereignisse und wechselnde Besitzverhältnisse. Die Burg ist auch Schauplatz romantischer Legenden um Marie d’Harcourt und den Heerführer Jean de Dunois, die bis heute die Fantasie der Besucher anregen.
Der Name Blandy wird häufig mit dem lateinischen beziehungsweise gallorömischen Ortsnamen Blandiacum in Verbindung gebracht. Die günstige Lage in der fruchtbaren Landschaft der Brie begünstigte die Besiedlung und die landwirtschaftliche Nutzung. Felder, Wälder und Wasserläufe prägten das Umland, das im Mittelalter zu den wichtigen Versorgungsgebieten der Hauptstadt gehörte.
Erst einige Jahrhunderte später entstand hier ein befestigter Herrschaftssitz, dessen Entwicklung eng mit dem Aufstieg der Vizegrafen von Melun und der strategischen Bedeutung der Landschaft um Melun verbunden war. Seit 1016 gehörte die Grafschaft Melun zum französischen Königsgut, während die östlich angrenzende Grafschaft Champagne noch eine eigenständige Herrschaft bildete. Die Grenzlage verlieh dem Gebiet eine besondere strategische Bedeutung. Die Vizegrafen von Melun sicherten mit ihren befestigten Sitzen ihre eigenen Besitzungen und trugen zugleich dazu bei, den königlichen Einfluss in der Region zu festigen.
Als mögliche Bauherren der ersten Befestigung werden Guillaume II. und Adam III. de Melun genannt, die direkte Nachkommen von Adam II. de Melun gewesen sein sollen. Letzterer wird in der Familienüberlieferung mit König Philippe Auguste (1165-1223) und dessen Feldzug bei Bouvines im Jahr 1214 in Verbindung gebracht.
Die erste Befestigung wird auf die Zeit um 1220 datiert.
Von dieser frühen Bauphase sind insbesondere Teile der nördlichen Umfassungsmauer erhalten geblieben, deren annähernd halbkreisförmiger Verlauf bereits die Grundform der späteren Anlage erkennen lässt. Mehrere Türme sicherten die Befestigung, während sich im Inneren Wohngebäude befanden, die den Alltag der Herrschaft und ihres Gefolges ermöglichten. Ein Graben erschwerte den Zugang zusätzlich und unterstrich den wehrhaften Charakter des Sitzes, der zugleich als sichtbares Zeichen der Macht seiner Besitzer diente.
Auch in Blandy entstanden im Laufe des 14. Jahrhunderts neue Befestigungen, die den ursprünglichen Herrensitz erheblich veränderten. Eine befestigte Toranlage mit Zugbrücke sicherte den Eingang, zusätzliche Mauern erweiterten den geschützten Bereich und weitere Wohngebäude entstanden im Innenhof. Eine umfangreiche Baukampagne fand zwischen 1371 und 1388 statt, für die königliche Zuschüsse gewährt wurden. Sie wird mit dem Aufstieg von Jean II. de Chailly zum Grafen von Tancarville in Verbindung gebracht und veränderte das Erscheinungsbild der Burg entscheidend.
Die Anlage wurde nach Süden erweitert und die bestehende nördliche Befestigung erhöht. Drei besonders große Türme prägten fortan die Silhouette der Burg, während die älteren Bauteile in das neue Verteidigungssystem integriert wurden. Der Ausbau demonstrierte zugleich den gesellschaftlichen Rang der Besitzer.
Der Bergfried, der Donjon, bildet den höchsten und markantesten Teil der Burg und erreicht eine Höhe von ungefähr 38 Metern. Seine massive Bauweise und die vergleichsweise kleinen Öffnungen verweisen auf seine ursprüngliche militärische Funktion, denn im Falle eines Angriffs sollte er als besonders geschützter Rückzugsort dienen. Über einen Treppenturm gelangten die Bewohner in die verschiedenen Stockwerke, während die oberen Bereiche einen weiten Blick über die Umgebung ermöglichten. Von dort ließ sich das umliegende Gelände beobachten und die Annäherung möglicher Angreifer frühzeitig erkennen.
Zu den weiteren wichtigen Bauteilen gehören die Tour des Gardes, die Tour des Archives und die Tour de Justice, deren Bezeichnungen an ihre historische Nutzung erinnern. Die Türme waren in die Wehrmauern eingebunden und ermöglichten es den Verteidigern, unterschiedliche Abschnitte der Befestigung zu kontrollieren. Wehrgänge verbanden die einzelnen Positionen miteinander, während Zinnen und Maschikulis Schutz boten und die Verteidigung des Mauerfußes erleichterten.
In diese bewegte Epoche fällt die Geschichte von Jean de Dunois (1403-1468), dessen Name bis heute eng mit Blandy-les-Tours verbunden ist. Jean war der uneheliche Sohn von Louis d’Orléans (1372-1407), einem Bruder des französischen Königs Karl VI. (1368-1422), und wurde deshalb als Bâtard d’Orléans bezeichnet. Trotz seiner unehelichen Geburt entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Heerführer des französischen Königreichs und spielte eine wichtige Rolle bei der Rückgewinnung der von den Engländern besetzten Gebiete.
Besonders bekannt wurde Dunois durch seine Zusammenarbeit mit Jeanne d’Arc (um 1412-1431), an deren Seite er 1429 an der Befreiung von Orléans beteiligt war. Der militärische Erfolg stärkte die Position des französischen Königs Karl VII. (1403-1461) und trug dazu bei, die englische Vorherrschaft in Teilen Frankreichs zurückzudrängen. Dunois setzte seine militärische Laufbahn auch nach dem Tod Jeanne d’Arcs fort und blieb bis zu seinem Lebensende eine wichtige Persönlichkeit am französischen Hof.
Am 26. Oktober 1439 heiratete er Marie d’Harcourt, die Erbin der Herrschaft von Blandy. Die Ehe verband zwei bedeutende Adelsfamilien und hatte auch politische und wirtschaftliche Bedeutung. Aus der Verbindung gingen mehrere Kinder hervor, darunter François d’Orléans-Longueville (1447-1491), der die dynastische Linie fortführte.
Der Legende nach soll Érard de Montargis ebenfalls um Marie geworben haben und von Eifersucht überwältigt worden sein, als er von ihrer Liebe zu Jean de Dunois erfuhr. Er wollte die junge Frau für sich gewinnen und beschloss, sie gewaltsam aus der Burg zu entführen. Eines Tages soll er deshalb mit bewaffneten Männern nach Blandy gekommen sein, die sich den Weg in die Anlage erkämpften und Marie durch die Gänge und Treppen des Schlosses verfolgten.
In ihrer Verzweiflung floh die junge Frau bis in den Bergfried, wo sie sich schließlich in die Enge getrieben sah. Als sie keinen anderen Ausweg mehr erkannte, soll sie sich aus großer Höhe in die Tiefe gestürzt haben, lieber bereit, ihr Leben zu riskieren, als in die Hände ihres Verfolgers zu fallen. Doch die Legende nimmt eine überraschende Wendung, denn ein dichter Teppich aus Gras soll ihren Sturz abgefangen haben, sodass sie den Sprung überlebte.
Kurz darauf soll Jean de Dunois in der Burg eingetroffen sein und Érard oben auf dem Turm angetroffen haben. Zwischen den beiden Männern kam es zu einem erbitterten Zweikampf, bei dem Dunois seinen Rivalen schließlich mit dem Schwert tötete. Als er anschließend in den Burghof hinabstieg, entdeckte er Marie, die nach ihrem Sturz zunächst reglos am Boden gelegen hatte, inzwischen jedoch wieder zu sich gekommen war. Die beiden Liebenden waren gerettet und konnten ihre gemeinsame Zukunft planen.
Die Geschichte von Marie d’Harcourt gehört zu jenen Überlieferungen, die im 19. Jahrhundert rund um historische Ruinen entstanden oder schriftlich verbreitet wurden. Zu dieser Zeit waren zahlreiche mittelalterliche Burgen bereits stark verfallen und wurden zunehmend als geheimnisvolle Zeugnisse einer vergangenen Epoche wahrgenommen. Ihre Mauern und Türme regten die Fantasie von Schriftstellern, Historikern und Besuchern an, die sich das Leben der früheren Bewohner vorstellten und historische Ereignisse mit romantischen Motiven ausschmückten.
Zu den Autoren dieser Geschichten gehörte René Morel (1860-1933), ein lokaler Historiker und Richter, der sich für die Vergangenheit der Region interessierte. Zwischen 1890 und 1892 veröffentlichte er mehrere Erzählungen über Blandy in der regionalen Presse. In ihnen ließ er die einstige Pracht der Burg wiederaufleben und schuf eine mittelalterliche Welt, in der historische Persönlichkeiten, romantische Motive und übernatürliche Ereignisse miteinander verschmolzen.
Eine weitere Erzählung berichtet, dass Jean de Dunois nach seinem Tod in der Nacht des Dreikönigsfestes in die Burg zurückkehre. Wenn die Uhr Mitternacht schlägt, soll der Ritter hoch zu Ross und in voller Rüstung durch die Anlage ziehen, begleitet von seinen Männern, deren Gestalten im Dunkel zwischen den Türmen und Wehrmauern erscheinen. Sie bewegen sich lautlos durch die Dunkelheit, als wären sie auf dem Weg zu einem neuen Feldzug.
Durch Erbschaften und Heiraten ging Blandy nacheinander in den Besitz verschiedener Adelsgeschlechter über, darunter die Häuser Orléans-Longueville, Bourbon-Soissons, Savoie und Nemours. Die Verbindung von Marie d’Harcourt und Jean de Dunois spielte dabei eine wichtige Rolle, da ihre Nachkommen das Haus Orléans-Longueville weiterführten.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Anlage zunehmend als Residenz genutzt und erhielt eine komfortablere Ausstattung. Wohnräume wurden verändert, Galerien angelegt und ein Garten ergänzte den Innenhof. Auch ein Jeu de Paume, eine frühe Form des Tennisspiels, gehörte zu den Einrichtungen des Schlosses.
Am 10. August 1572 fand in Blandy die Hochzeit von Marie de Clèves (1553-1574) und Henri Ier de Bourbon, Fürst von Condé (1552-1588), statt. Die Feierlichkeiten in Anwesenheit des jungen Königs von Navarra, des späteren Heinrich IV. (1553-1610), unterstreichen die gesellschaftliche Bedeutung des Schlosses, das weiterhin als Schauplatz wichtiger dynastischer Ereignisse diente. Trotz dieser Veränderungen blieb die mittelalterliche Befestigungsstruktur weitgehend erhalten, sodass sich die verschiedenen Bauphasen bis heute nachvollziehen lassen.
Anstatt die Anlage aufwendig zu modernisieren, ließ er sie in einen landwirtschaftlichen Betrieb umwandeln, der als Ferme des Tours bekannt wurde. Die Folgen für das historische Bauwerk waren erheblich, denn zahlreiche Innengebäude wurden verändert oder abgetragen, die Dächer der Türme entfernt und Teile des Eingangsbereichs zerstört. Auch der Burggraben wurde verfüllt, sodass die ursprüngliche Verteidigungsfunktion zunehmend in Vergessenheit geriet.
Die Türme blieben jedoch als massive Steinbauten bestehen und prägten weiterhin das Ortsbild. Aus einem befestigten Herrschaftssitz war ein Wirtschaftshof geworden, dessen Gebäude nun vor allem landwirtschaftlichen Zwecken dienten. Der Funktionswandel bedeutete den Verlust zahlreicher architektonischer Elemente, trug aber zugleich dazu bei, dass große Teile der mittelalterlichen Bausubstanz erhalten blieben.
Während der Französischen Revolution wurde Blandy nicht wie zahlreiche andere Adelssitze als nationales Eigentum verkauft und systematisch abgetragen. Die Burg hatte ihre repräsentative Funktion bereits weitgehend verloren, wodurch sie offenbar weniger als Symbol der feudalen Herrschaft wahrgenommen wurde. So überdauerte die Anlage trotz ihres zunehmend schlechten Zustandes eine Zeit, in der viele andere historische Bauwerke erhebliche Schäden erlitten.
Im Jahr 1883 verkaufte der Graf von Choiseul-Praslin die Anlage an die Gemeinde Blandy-les-Tours. 1889 wurde die Burg als Monument historique unter Denkmalschutz gestellt, wodurch ihre historische Bedeutung offiziell anerkannt wurde. Dennoch reichten diese Maßnahmen zunächst nicht aus, um den fortschreitenden Verfall aufzuhalten, sodass Teile der Anlage weiterhin in einem schlechten baulichen Zustand blieben.
Erst in den 1980er-Jahren entstanden konkrete Pläne für eine umfassende Restaurierung. Im Jahr 1992 übernahm das Département Seine-et-Marne die Burg für einen symbolischen Franc und leitete damit eine neue Phase ihrer Geschichte ein. Unter der Leitung von Jacques Moulin (geboren 1954), einem Architekten der historischen Denkmäler Frankreichs, wurden die Mauern gesichert und die einzelnen Bauteile restauriert. Vor Beginn der umfangreichen Arbeiten wurden archäologische Untersuchungen durchgeführt, bei denen unter anderem die alten, inzwischen verfüllten Burggräben untersucht wurden. Dabei ging es darum, ihren Verlauf, ihre ursprüngliche Gestaltung und die späteren Verfüllungsschichten besser zu verstehen. Die Ergebnisse ergänzten die bauhistorischen Untersuchungen und halfen dabei, die Restaurierung auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zu stellen.
Die Restaurierung wurde 2007 abgeschlossen und ermöglichte es, die Burg wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ging es nicht darum, sämtliche Gebäude in einen vermeintlich ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, sondern die erhaltene historische Substanz zu bewahren und die unterschiedlichen Entwicklungsphasen sichtbar zu machen. Heute gehört Blandy-les-Tours zu den bedeutenden erhaltenen Beispielen mittelalterlicher Wehrarchitektur in der Île-de-France.
Eine Ausstellung vermittelt weitere Informationen zur Geschichte des Schlosses und zu den Familien, die hier gelebt haben. Pläne, historische Dokumente und archäologische Funde ergänzen den Rundgang und helfen dabei, die baulichen Überreste in ihren historischen Zusammenhang einzuordnen.
Auch Führungen und pädagogische Angebote tragen dazu bei, die Vergangenheit der Burg lebendig zu vermitteln. Dabei werden sowohl die Baugeschichte als auch der Alltag der früheren Bewohner und die regionalen Überlieferungen aufgegriffen. Die Legende von Marie d’Harcourt ist Teil dieser Vermittlung und wird bei speziellen Angeboten als historische Erzählung des 19. Jahrhunderts vorgestellt, deren dramatische Ereignisse nicht mit gesicherten Tatsachen verwechselt werden sollten.
Gerade die Verbindung von Architektur, archäologischen Erkenntnissen und lokalen Legenden macht Blandy-les-Tours zu einem besonderen Ausflugsziel. Die Burg erzählt von mittelalterlicher Macht, dynastischen Verbindungen und dem Wandel adeliger Lebensformen, während die Geschichten über Marie und Dunois zeigen, wie historische Orte im Laufe der Zeit zu Schauplätzen romantischer Erzählungen werden können.
Adresse
Château de Blandy-les-Tours
Place des Tours, 77115 Blandy-les-Tours
Anreise
Abfahrt Gare de l'Est, Linie P Richtung Provins, Station Verneuil l'Etang. Dann mit der Navette Châteaubus. (Man kommt auch am Schloss von Vaux-le-Vicomte vorbei).
Tarife
Normaltarif 7€, ermäßigt 6€. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 25 Jahre kostenlos. Führung zusätzlich zum Eintritt 5€.
Mit Blandy-les-Tours verbinden sich jedoch nicht nur historische Ereignisse und wechselnde Besitzverhältnisse. Die Burg ist auch Schauplatz romantischer Legenden um Marie d’Harcourt und den Heerführer Jean de Dunois, die bis heute die Fantasie der Besucher anregen.
Auf den Spuren der frühmittelalterlichen Nekropole
Archäologische Ausgrabungen im Umfeld der heutigen Kirche Saint-Maurice haben gezeigt, dass die Geschichte von Blandy-les-Tours weit vor der Errichtung der mittelalterlichen Burg beginnt. Zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert diente das Gebiet als Begräbnisstätte, in der etwa hundert merowingische und karolingische Gräber angelegt wurden, die sich zwischen der Kirche und einem inzwischen verschwundenen Sakralbau erstreckten. Darüber hinaus wurde rund um den Chor des religiösen Gebäudes ein weiteres Gräberfeld entdeckt, dessen Bestattungen in die Zeit zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert datiert werden. Die Funde belegen eine frühe religiöse Nutzung des Ortes, auch wenn sich aus ihnen allein weder die genaue Ausdehnung der damaligen Siedlung noch ihre Bedeutung innerhalb der Region bestimmen lässt.Der Name Blandy wird häufig mit dem lateinischen beziehungsweise gallorömischen Ortsnamen Blandiacum in Verbindung gebracht. Die günstige Lage in der fruchtbaren Landschaft der Brie begünstigte die Besiedlung und die landwirtschaftliche Nutzung. Felder, Wälder und Wasserläufe prägten das Umland, das im Mittelalter zu den wichtigen Versorgungsgebieten der Hauptstadt gehörte.
Erst einige Jahrhunderte später entstand hier ein befestigter Herrschaftssitz, dessen Entwicklung eng mit dem Aufstieg der Vizegrafen von Melun und der strategischen Bedeutung der Landschaft um Melun verbunden war. Seit 1016 gehörte die Grafschaft Melun zum französischen Königsgut, während die östlich angrenzende Grafschaft Champagne noch eine eigenständige Herrschaft bildete. Die Grenzlage verlieh dem Gebiet eine besondere strategische Bedeutung. Die Vizegrafen von Melun sicherten mit ihren befestigten Sitzen ihre eigenen Besitzungen und trugen zugleich dazu bei, den königlichen Einfluss in der Region zu festigen.
Als mögliche Bauherren der ersten Befestigung werden Guillaume II. und Adam III. de Melun genannt, die direkte Nachkommen von Adam II. de Melun gewesen sein sollen. Letzterer wird in der Familienüberlieferung mit König Philippe Auguste (1165-1223) und dessen Feldzug bei Bouvines im Jahr 1214 in Verbindung gebracht.
Die erste Befestigung wird auf die Zeit um 1220 datiert.
Von dieser frühen Bauphase sind insbesondere Teile der nördlichen Umfassungsmauer erhalten geblieben, deren annähernd halbkreisförmiger Verlauf bereits die Grundform der späteren Anlage erkennen lässt. Mehrere Türme sicherten die Befestigung, während sich im Inneren Wohngebäude befanden, die den Alltag der Herrschaft und ihres Gefolges ermöglichten. Ein Graben erschwerte den Zugang zusätzlich und unterstrich den wehrhaften Charakter des Sitzes, der zugleich als sichtbares Zeichen der Macht seiner Besitzer diente.
Der Ausbau zur Festung im Hundertjährigen Krieg
Im 14. Jahrhundert veränderten sich die politischen und militärischen Verhältnisse in Frankreich grundlegend. Der Hundertjährige Krieg zwischen den französischen und englischen Herrschaftsansprüchen führte zu lang anhaltenden Auseinandersetzungen, während wechselnde Bündnisse, innere Konflikte und Plünderungen zahlreiche Regionen des Königreichs erschütterten. Für die adeligen Familien gewann der Schutz ihrer Besitzungen deshalb zunehmend an Bedeutung, sodass viele ältere Herrensitze verstärkt und zu umfangreicheren Festungsanlagen ausgebaut wurden.Auch in Blandy entstanden im Laufe des 14. Jahrhunderts neue Befestigungen, die den ursprünglichen Herrensitz erheblich veränderten. Eine befestigte Toranlage mit Zugbrücke sicherte den Eingang, zusätzliche Mauern erweiterten den geschützten Bereich und weitere Wohngebäude entstanden im Innenhof. Eine umfangreiche Baukampagne fand zwischen 1371 und 1388 statt, für die königliche Zuschüsse gewährt wurden. Sie wird mit dem Aufstieg von Jean II. de Chailly zum Grafen von Tancarville in Verbindung gebracht und veränderte das Erscheinungsbild der Burg entscheidend.
Die Anlage wurde nach Süden erweitert und die bestehende nördliche Befestigung erhöht. Drei besonders große Türme prägten fortan die Silhouette der Burg, während die älteren Bauteile in das neue Verteidigungssystem integriert wurden. Der Ausbau demonstrierte zugleich den gesellschaftlichen Rang der Besitzer.
Die fünf Türme und ihre Aufgaben
Das heutige Erscheinungsbild von Blandy-les-Tours wird von fünf markanten Türmen bestimmt, die gemeinsam mit den Wehrmauern ein zusammenhängendes Verteidigungssystem bilden. Ihre unterschiedliche Gestaltung verdeutlicht, dass die Burg über mehrere Bauphasen hinweg erweitert wurde und einzelne Bereiche jeweils bestimmte Aufgaben erfüllten. Besonders deutlich zeigt sich dies am quadratischen Torturm, der den Zugang zur Anlage sicherte und durch eine Zugbrücke sowie weitere Sperrvorrichtungen geschützt werden konnte.Der Bergfried, der Donjon, bildet den höchsten und markantesten Teil der Burg und erreicht eine Höhe von ungefähr 38 Metern. Seine massive Bauweise und die vergleichsweise kleinen Öffnungen verweisen auf seine ursprüngliche militärische Funktion, denn im Falle eines Angriffs sollte er als besonders geschützter Rückzugsort dienen. Über einen Treppenturm gelangten die Bewohner in die verschiedenen Stockwerke, während die oberen Bereiche einen weiten Blick über die Umgebung ermöglichten. Von dort ließ sich das umliegende Gelände beobachten und die Annäherung möglicher Angreifer frühzeitig erkennen.
Zu den weiteren wichtigen Bauteilen gehören die Tour des Gardes, die Tour des Archives und die Tour de Justice, deren Bezeichnungen an ihre historische Nutzung erinnern. Die Türme waren in die Wehrmauern eingebunden und ermöglichten es den Verteidigern, unterschiedliche Abschnitte der Befestigung zu kontrollieren. Wehrgänge verbanden die einzelnen Positionen miteinander, während Zinnen und Maschikulis Schutz boten und die Verteidigung des Mauerfußes erleichterten.
Jean de Dunois und die unruhigen Jahre der englischen Besetzung
Die Geschichte der Burg war eng mit den wechselnden Machtverhältnissen des Hundertjährigen Krieges verbunden. Im Jahr 1422 gelangte Blandy unter englische Kontrolle und wurde Jean de Courcelles überlassen. Erst nach dem Rückzug der englischen Truppen im Jahr 1435 konnten die früheren Besitzverhältnisse wiederhergestellt werden. Diese Jahre waren für die Bevölkerung der Region von Unsicherheit geprägt, denn militärische Besetzungen, wechselnde Bündnisse und die Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Herrschaftsansprüchen beeinflussten das Leben auf dem Land.In diese bewegte Epoche fällt die Geschichte von Jean de Dunois (1403-1468), dessen Name bis heute eng mit Blandy-les-Tours verbunden ist. Jean war der uneheliche Sohn von Louis d’Orléans (1372-1407), einem Bruder des französischen Königs Karl VI. (1368-1422), und wurde deshalb als Bâtard d’Orléans bezeichnet. Trotz seiner unehelichen Geburt entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Heerführer des französischen Königreichs und spielte eine wichtige Rolle bei der Rückgewinnung der von den Engländern besetzten Gebiete.
Besonders bekannt wurde Dunois durch seine Zusammenarbeit mit Jeanne d’Arc (um 1412-1431), an deren Seite er 1429 an der Befreiung von Orléans beteiligt war. Der militärische Erfolg stärkte die Position des französischen Königs Karl VII. (1403-1461) und trug dazu bei, die englische Vorherrschaft in Teilen Frankreichs zurückzudrängen. Dunois setzte seine militärische Laufbahn auch nach dem Tod Jeanne d’Arcs fort und blieb bis zu seinem Lebensende eine wichtige Persönlichkeit am französischen Hof.
Am 26. Oktober 1439 heiratete er Marie d’Harcourt, die Erbin der Herrschaft von Blandy. Die Ehe verband zwei bedeutende Adelsfamilien und hatte auch politische und wirtschaftliche Bedeutung. Aus der Verbindung gingen mehrere Kinder hervor, darunter François d’Orléans-Longueville (1447-1491), der die dynastische Linie fortführte.
Marie d’Harcourt und der nächtliche Geisterritt
Um Marie d’Harcourt und Jean de Dunois rankt sich eine der bekanntesten Legenden des Château de Blandy-les-Tours. Die Erzählung handelt von einer jungen Erbin, die sich gegen einen aufdringlichen Verehrer zur Wehr setzen muss, von einem gefährlichen Fluchtversuch und von einem Ritter, der im entscheidenden Augenblick zu ihrer Rettung erscheint.Der Legende nach soll Érard de Montargis ebenfalls um Marie geworben haben und von Eifersucht überwältigt worden sein, als er von ihrer Liebe zu Jean de Dunois erfuhr. Er wollte die junge Frau für sich gewinnen und beschloss, sie gewaltsam aus der Burg zu entführen. Eines Tages soll er deshalb mit bewaffneten Männern nach Blandy gekommen sein, die sich den Weg in die Anlage erkämpften und Marie durch die Gänge und Treppen des Schlosses verfolgten.
In ihrer Verzweiflung floh die junge Frau bis in den Bergfried, wo sie sich schließlich in die Enge getrieben sah. Als sie keinen anderen Ausweg mehr erkannte, soll sie sich aus großer Höhe in die Tiefe gestürzt haben, lieber bereit, ihr Leben zu riskieren, als in die Hände ihres Verfolgers zu fallen. Doch die Legende nimmt eine überraschende Wendung, denn ein dichter Teppich aus Gras soll ihren Sturz abgefangen haben, sodass sie den Sprung überlebte.
Kurz darauf soll Jean de Dunois in der Burg eingetroffen sein und Érard oben auf dem Turm angetroffen haben. Zwischen den beiden Männern kam es zu einem erbitterten Zweikampf, bei dem Dunois seinen Rivalen schließlich mit dem Schwert tötete. Als er anschließend in den Burghof hinabstieg, entdeckte er Marie, die nach ihrem Sturz zunächst reglos am Boden gelegen hatte, inzwischen jedoch wieder zu sich gekommen war. Die beiden Liebenden waren gerettet und konnten ihre gemeinsame Zukunft planen.
Die Geschichte von Marie d’Harcourt gehört zu jenen Überlieferungen, die im 19. Jahrhundert rund um historische Ruinen entstanden oder schriftlich verbreitet wurden. Zu dieser Zeit waren zahlreiche mittelalterliche Burgen bereits stark verfallen und wurden zunehmend als geheimnisvolle Zeugnisse einer vergangenen Epoche wahrgenommen. Ihre Mauern und Türme regten die Fantasie von Schriftstellern, Historikern und Besuchern an, die sich das Leben der früheren Bewohner vorstellten und historische Ereignisse mit romantischen Motiven ausschmückten.
Zu den Autoren dieser Geschichten gehörte René Morel (1860-1933), ein lokaler Historiker und Richter, der sich für die Vergangenheit der Region interessierte. Zwischen 1890 und 1892 veröffentlichte er mehrere Erzählungen über Blandy in der regionalen Presse. In ihnen ließ er die einstige Pracht der Burg wiederaufleben und schuf eine mittelalterliche Welt, in der historische Persönlichkeiten, romantische Motive und übernatürliche Ereignisse miteinander verschmolzen.
Eine weitere Erzählung berichtet, dass Jean de Dunois nach seinem Tod in der Nacht des Dreikönigsfestes in die Burg zurückkehre. Wenn die Uhr Mitternacht schlägt, soll der Ritter hoch zu Ross und in voller Rüstung durch die Anlage ziehen, begleitet von seinen Männern, deren Gestalten im Dunkel zwischen den Türmen und Wehrmauern erscheinen. Sie bewegen sich lautlos durch die Dunkelheit, als wären sie auf dem Weg zu einem neuen Feldzug.
Vom Wehrbau zur repräsentativen Residenz
Nach dem Hundertjährigen Krieg verlor Blandy allmählich seine ursprüngliche militärische Bedeutung, da sich die politische Lage stabilisierte und neue Entwicklungen in der Kriegsführung die Anforderungen an Befestigungen veränderten. Gleichzeitig wandelten sich die Wohnansprüche des Adels, der zunehmend Wert auf komfortable Räume und repräsentative Anlagen legte. Die Burg blieb jedoch über mehrere Jahrhunderte im Besitz bedeutender Familien und wurde den veränderten Bedürfnissen ihrer Bewohner angepasst.Durch Erbschaften und Heiraten ging Blandy nacheinander in den Besitz verschiedener Adelsgeschlechter über, darunter die Häuser Orléans-Longueville, Bourbon-Soissons, Savoie und Nemours. Die Verbindung von Marie d’Harcourt und Jean de Dunois spielte dabei eine wichtige Rolle, da ihre Nachkommen das Haus Orléans-Longueville weiterführten.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Anlage zunehmend als Residenz genutzt und erhielt eine komfortablere Ausstattung. Wohnräume wurden verändert, Galerien angelegt und ein Garten ergänzte den Innenhof. Auch ein Jeu de Paume, eine frühe Form des Tennisspiels, gehörte zu den Einrichtungen des Schlosses.
Am 10. August 1572 fand in Blandy die Hochzeit von Marie de Clèves (1553-1574) und Henri Ier de Bourbon, Fürst von Condé (1552-1588), statt. Die Feierlichkeiten in Anwesenheit des jungen Königs von Navarra, des späteren Heinrich IV. (1553-1610), unterstreichen die gesellschaftliche Bedeutung des Schlosses, das weiterhin als Schauplatz wichtiger dynastischer Ereignisse diente. Trotz dieser Veränderungen blieb die mittelalterliche Befestigungsstruktur weitgehend erhalten, sodass sich die verschiedenen Bauphasen bis heute nachvollziehen lassen.
Die Umwandlung in die Ferme des Tours
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts nahm die Geschichte der Burg eine unerwartete Wendung. Claude-Louis-Hector de Villars (1653-1734), ein erfolgreicher französischer Heerführer, wurde 1705 zum Marschall von Frankreich ernannt und 1709 zum Herzog erhoben. Er erwarb umfangreiche Ländereien in der Umgebung und kaufte 1705 das nahe gelegene Château de Vaux-le-Vicomte. Im Jahr 1707 gelangte auch Blandy in seinen Besitz, doch die alte mittelalterliche Burg entsprach offenbar nicht mehr den Ansprüchen, die Villars an eine repräsentative Residenz stellte.Anstatt die Anlage aufwendig zu modernisieren, ließ er sie in einen landwirtschaftlichen Betrieb umwandeln, der als Ferme des Tours bekannt wurde. Die Folgen für das historische Bauwerk waren erheblich, denn zahlreiche Innengebäude wurden verändert oder abgetragen, die Dächer der Türme entfernt und Teile des Eingangsbereichs zerstört. Auch der Burggraben wurde verfüllt, sodass die ursprüngliche Verteidigungsfunktion zunehmend in Vergessenheit geriet.
Die Türme blieben jedoch als massive Steinbauten bestehen und prägten weiterhin das Ortsbild. Aus einem befestigten Herrschaftssitz war ein Wirtschaftshof geworden, dessen Gebäude nun vor allem landwirtschaftlichen Zwecken dienten. Der Funktionswandel bedeutete den Verlust zahlreicher architektonischer Elemente, trug aber zugleich dazu bei, dass große Teile der mittelalterlichen Bausubstanz erhalten blieben.
Während der Französischen Revolution wurde Blandy nicht wie zahlreiche andere Adelssitze als nationales Eigentum verkauft und systematisch abgetragen. Die Burg hatte ihre repräsentative Funktion bereits weitgehend verloren, wodurch sie offenbar weniger als Symbol der feudalen Herrschaft wahrgenommen wurde. So überdauerte die Anlage trotz ihres zunehmend schlechten Zustandes eine Zeit, in der viele andere historische Bauwerke erhebliche Schäden erlitten.
Die Wiederentdeckung und Restaurierung des Schlosses
Im 19. Jahrhundert wuchs das Interesse an den Überresten der alten Burg, deren Türme und Mauern inzwischen weitgehend verfallen waren. Historiker und Liebhaber des regionalen Kulturerbes begannen, sich mit ihrer Geschichte zu beschäftigen, während die Ruinen zugleich die Fantasie von Schriftstellern und Besuchern anregten. In diese Zeit fällt auch die schriftliche Verbreitung der Legenden, die Blandy-les-Tours bis heute einen besonderen Platz innerhalb der regionalen Überlieferung verleihen.Im Jahr 1883 verkaufte der Graf von Choiseul-Praslin die Anlage an die Gemeinde Blandy-les-Tours. 1889 wurde die Burg als Monument historique unter Denkmalschutz gestellt, wodurch ihre historische Bedeutung offiziell anerkannt wurde. Dennoch reichten diese Maßnahmen zunächst nicht aus, um den fortschreitenden Verfall aufzuhalten, sodass Teile der Anlage weiterhin in einem schlechten baulichen Zustand blieben.
Erst in den 1980er-Jahren entstanden konkrete Pläne für eine umfassende Restaurierung. Im Jahr 1992 übernahm das Département Seine-et-Marne die Burg für einen symbolischen Franc und leitete damit eine neue Phase ihrer Geschichte ein. Unter der Leitung von Jacques Moulin (geboren 1954), einem Architekten der historischen Denkmäler Frankreichs, wurden die Mauern gesichert und die einzelnen Bauteile restauriert. Vor Beginn der umfangreichen Arbeiten wurden archäologische Untersuchungen durchgeführt, bei denen unter anderem die alten, inzwischen verfüllten Burggräben untersucht wurden. Dabei ging es darum, ihren Verlauf, ihre ursprüngliche Gestaltung und die späteren Verfüllungsschichten besser zu verstehen. Die Ergebnisse ergänzten die bauhistorischen Untersuchungen und halfen dabei, die Restaurierung auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zu stellen.
Die Restaurierung wurde 2007 abgeschlossen und ermöglichte es, die Burg wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ging es nicht darum, sämtliche Gebäude in einen vermeintlich ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, sondern die erhaltene historische Substanz zu bewahren und die unterschiedlichen Entwicklungsphasen sichtbar zu machen. Heute gehört Blandy-les-Tours zu den bedeutenden erhaltenen Beispielen mittelalterlicher Wehrarchitektur in der Île-de-France.
Ein lebendiges Kulturerbe
Heute dient das Château de Blandy-les-Tours nicht allein als historisches Denkmal, sondern auch als Veranstaltungsort für kulturelle Projekte. Je nach Saison finden in den alten Mauern Konzerte, Theateraufführungen und weitere Veranstaltungen statt, die das mittelalterliche Bauwerk mit zeitgenössischer Kunst verbinden. Die besondere Atmosphäre des Innenhofes und der Türme bildet dabei eine ungewöhnliche Kulisse, in der sich Geschichte und Gegenwart begegnen.Eine Ausstellung vermittelt weitere Informationen zur Geschichte des Schlosses und zu den Familien, die hier gelebt haben. Pläne, historische Dokumente und archäologische Funde ergänzen den Rundgang und helfen dabei, die baulichen Überreste in ihren historischen Zusammenhang einzuordnen.
Auch Führungen und pädagogische Angebote tragen dazu bei, die Vergangenheit der Burg lebendig zu vermitteln. Dabei werden sowohl die Baugeschichte als auch der Alltag der früheren Bewohner und die regionalen Überlieferungen aufgegriffen. Die Legende von Marie d’Harcourt ist Teil dieser Vermittlung und wird bei speziellen Angeboten als historische Erzählung des 19. Jahrhunderts vorgestellt, deren dramatische Ereignisse nicht mit gesicherten Tatsachen verwechselt werden sollten.
Gerade die Verbindung von Architektur, archäologischen Erkenntnissen und lokalen Legenden macht Blandy-les-Tours zu einem besonderen Ausflugsziel. Die Burg erzählt von mittelalterlicher Macht, dynastischen Verbindungen und dem Wandel adeliger Lebensformen, während die Geschichten über Marie und Dunois zeigen, wie historische Orte im Laufe der Zeit zu Schauplätzen romantischer Erzählungen werden können.
Nützliche Informationen
Château de Blandy-les-Tours
Place des Tours, 77115 Blandy-les-Tours
Anreise
Abfahrt Gare de l'Est, Linie P Richtung Provins, Station Verneuil l'Etang. Dann mit der Navette Châteaubus. (Man kommt auch am Schloss von Vaux-le-Vicomte vorbei).
Tarife
Normaltarif 7€, ermäßigt 6€. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 25 Jahre kostenlos. Führung zusätzlich zum Eintritt 5€.
Für Veranstaltungen, darunter „Lumières de Blandy“, gelten teilweise abweichende Eintrittspreise.
Öffnungszeiten
Von April bis zum 1. November sowie während der Schulferien der Zone C täglich von 13:00 bis 18:30 Uhr.
Dienstags geschlossen!
Internetseite
https://www.chateau-blandy.fr/fr
Internetseite
https://www.chateau-blandy.fr/fr
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