Parc Montsouris – Ein grünes Meisterwerk des 19. Jahrhunderts
Der Parc Montsouris, eine der größten und schönsten Grünflächen im südlichen Paris, zwischen der Rue d’Alésia und der Cité Universitaire, erstreckt sich über fast 16 Hektar im XIV. Arrondissement. Er ist der höchste Punkt auf der linken Seine-Seite (Rive Gauche), bietet eine erholsame Auszeit vom hektischen Stadtleben und einen faszinierenden Einblick in die Geschichte und Architektur des 19. Jahrhunderts.
Der Park wurde auf Wunsch von Napoléon III. und dem Präfekten Haussmann zwischen 1867 und 1878 unter dem Namen „Parc national des Montrougiens“ angelegt. Er ist Teil der großen grünen Vision des französischen Kaisers, der weitreichende städtebauliche Transformation während des Second Empire vornehmen ließ. Der Parc Montsouris ist ein bedeutendes Beispiel für die damals eingeleitete Gestaltung großer öffentlicher Parkanlagen.
Neben diesem Park wurden auch andere große Parkanlagen während der Regierungszeit von Napoléon III. geschaffen, wie zum Beispiel der Parc des Buttes-Chaumont und der Jardin des Serres d'Auteuil. Diese Anlagen sind heute noch die bekanntesten Vertreter dieser "grünen Revolution" in Paris, die das Stadtbild nachhaltig veränderte und den Bürgern eine neue Form der Erholung und des sozialen Lebens bot.

Bis zum 19. Jahrhundert war das Gebiet vor allem für seine unsicheren und ungesunden Stadtteile bekannt. Im Jahr 1780 führte eine sanitäre Verordnung in Paris zu einem Verbot von Friedhöfen innerhalb der Stadtgrenzen. In den folgenden Jahren wurden die innerstädtischen Begräbnisstätten nach und nach stillgelegt. Der Friedhof der Unschuldigen (Cimetière des Innocents) und das angrenzende Beinhaus wurden 1786 entfernt. Die Überreste der Verstorbenen wurden in die ehemaligen Gipsbrüche von Montrouge, bekannt als die „Tombe-Issoire“, verlegt und dort in Katakomben umgewandelt.
Mit der Eingliederung von Vororten in die Stadt Paris im Jahr 1860, erlangte auch das Gebiet um Montsouris mehr Aufmerksamkeit. Der Park wurde auf der ehemaligen Ebene von Montsouris angelegt, einem Areal, das ursprünglich aus vier Steinbrüchen (les carrières de Montrouge) bestand, die für den Bau des Parks zunächst aufgefüllt werden mussten.
Der Präfekt von Paris, Baron Haussmann, initiierte den Bau des Parks, der Teil seiner umfangreichen Umbauarbeiten war. 1865 wurde das Projekt offiziell beschlossen, 1867 begann der Bau unter der Leitung des Ingenieurs Jean-Charles Alphand (1817-1891), der auch die Pläne entwarf, doch der Bau verzögerte sich aufgrund des Preußisch-Französischen Krieges. Erst 1878 konnte der Park für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.750.000 Francs – eine beträchtliche Summe zu jener Zeit.
Alphand hatte bereits Erfahrung mit der Gestaltung von Parks in Paris, da er den Bois de Boulogne im Westen, den Bois de Vincennes im Osten, die Buttes-Chaumont im Norden und den Parc Monceau neu gestalte und brachte somit sein umfangreiches Wissen in das Projekt ein. Ihm zur Seite standen der Landschaftsgärtner und Botaniker Jean-Pierre Barillet-Deschamps (1824–1873), sowie der Architekt Gabriel Jean Antoine Davioud (1824–1881) und der Ingenieur Eugène Belgrand (1810–1870), der für das ausgeklügelte hydraulische System des Parks verantwortlich war, das insbesondere für den Betrieb des künstlichen Sees und der Wasserfälle unerlässlich war. Das System wird mit Hilfe eines Aquädukts aus Arcueil betrieben.

Die zweite Linie, die Linie Sceaux, war ursprünglich eine oberirdische Strecke, die Anfang der 1930er Jahre in einen Tunnel verlegt wurde. Heute ist sie Teil des RER B und durchzieht nach wie vor den Park. Eine weitere Erinnerung an die industrielle Geschichte des Parks ist der ehemalige Bahnhof „Parc de Montsouris“, der an der Rue de l'Amiral Mouchez lag. Dieser wurde in den frühen 1980er Jahren abgerissen, nachdem er bereits in den 1960er Jahren für den regulären Verkehr geschlossen worden war.
Neben der naturnahen Gestaltung ist der Parc Montsouris auch ein kultureller Anziehungspunkt mit seinen zahlreichen Bronze- und Steinskulpturen, die zwischen 1878 und 1960 aufgestellt wurden. Zu den bemerkenswerten Kunstwerken gehört die „Colonne de Paix armée“ (1888), eine 8,50 Meter hohe Säule, die nach den Plänen des Architekten Paul Sédille errichtet wurde. Sie ist mit einer 3,50 Meter hohen Bronzefigur des Bildhauers Jules Coutan gekrönt, die ursprünglich auf dem Square d'Anvers stand.
Ein weiteres markantes Monument im Park ist die „Mire du Sud“, ein Höhenmessinstrument von 1806, das symbolisch den alten Pariser Meridian markiert, der 1667 berechnet wurde und 1911 vom Meridian von Greenwich abgelöst wurde.
Wegen seines historischen Werts leitete die Stadt Paris zusammen mit der tunesischen Botschaft 1990 eine umfangreiche Restaurierung ein, um den Palast in ein tunesisches Kulturzentrum zu verwandeln. Doch das Gebäude wurde am 05. März1991 bei einem Brand völlig zerstört und verschwand endgültig.
Neben dem Palais du Bardo gibt es im Park noch weitere bemerkenswerte Gebäude, so zum Beispiel den Pavillon de l'Observatoire de la Marine et du Bureau des Longitudes, der 1875 erbaut wurde. Seit 1983 ist dieses Gebäude der Sitz der Zeitschrift Ciel, die von der Französischen Astronomiegesellschaft herausgegeben wird.
Der Park wurde auf Wunsch von Napoléon III. und dem Präfekten Haussmann zwischen 1867 und 1878 unter dem Namen „Parc national des Montrougiens“ angelegt. Er ist Teil der großen grünen Vision des französischen Kaisers, der weitreichende städtebauliche Transformation während des Second Empire vornehmen ließ. Der Parc Montsouris ist ein bedeutendes Beispiel für die damals eingeleitete Gestaltung großer öffentlicher Parkanlagen.
Neben diesem Park wurden auch andere große Parkanlagen während der Regierungszeit von Napoléon III. geschaffen, wie zum Beispiel der Parc des Buttes-Chaumont und der Jardin des Serres d'Auteuil. Diese Anlagen sind heute noch die bekanntesten Vertreter dieser "grünen Revolution" in Paris, die das Stadtbild nachhaltig veränderte und den Bürgern eine neue Form der Erholung und des sozialen Lebens bot.
Die Entstehungsgeschichte des Parc Montsouris
Der Name „Montsouris“ leitet sich von der früheren Bezeichnung „Moquesouris“ ab, als die dortigen Mühlen, die Ratten der Stadt anzogen, bevor diese verlassen wurden und später durch Steinbrüche ersetzt wurden.Bis zum 19. Jahrhundert war das Gebiet vor allem für seine unsicheren und ungesunden Stadtteile bekannt. Im Jahr 1780 führte eine sanitäre Verordnung in Paris zu einem Verbot von Friedhöfen innerhalb der Stadtgrenzen. In den folgenden Jahren wurden die innerstädtischen Begräbnisstätten nach und nach stillgelegt. Der Friedhof der Unschuldigen (Cimetière des Innocents) und das angrenzende Beinhaus wurden 1786 entfernt. Die Überreste der Verstorbenen wurden in die ehemaligen Gipsbrüche von Montrouge, bekannt als die „Tombe-Issoire“, verlegt und dort in Katakomben umgewandelt.
Mit der Eingliederung von Vororten in die Stadt Paris im Jahr 1860, erlangte auch das Gebiet um Montsouris mehr Aufmerksamkeit. Der Park wurde auf der ehemaligen Ebene von Montsouris angelegt, einem Areal, das ursprünglich aus vier Steinbrüchen (les carrières de Montrouge) bestand, die für den Bau des Parks zunächst aufgefüllt werden mussten.
Der Präfekt von Paris, Baron Haussmann, initiierte den Bau des Parks, der Teil seiner umfangreichen Umbauarbeiten war. 1865 wurde das Projekt offiziell beschlossen, 1867 begann der Bau unter der Leitung des Ingenieurs Jean-Charles Alphand (1817-1891), der auch die Pläne entwarf, doch der Bau verzögerte sich aufgrund des Preußisch-Französischen Krieges. Erst 1878 konnte der Park für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.750.000 Francs – eine beträchtliche Summe zu jener Zeit.
Alphand hatte bereits Erfahrung mit der Gestaltung von Parks in Paris, da er den Bois de Boulogne im Westen, den Bois de Vincennes im Osten, die Buttes-Chaumont im Norden und den Parc Monceau neu gestalte und brachte somit sein umfangreiches Wissen in das Projekt ein. Ihm zur Seite standen der Landschaftsgärtner und Botaniker Jean-Pierre Barillet-Deschamps (1824–1873), sowie der Architekt Gabriel Jean Antoine Davioud (1824–1881) und der Ingenieur Eugène Belgrand (1810–1870), der für das ausgeklügelte hydraulische System des Parks verantwortlich war, das insbesondere für den Betrieb des künstlichen Sees und der Wasserfälle unerlässlich war. Das System wird mit Hilfe eines Aquädukts aus Arcueil betrieben.
Ein Englischer Garten im Herzen von Paris
Der Parc Montsouris wurde nach dem Modell eines englischen Landschaftsgartens gestaltet, mit leichten Hügeln, weitläufigen Wiesen, plätschernden Wasserfällen und zahlreichen Baumgruppen, die für eine besonders natürliche und malerische Atmosphäre sorgen. Zu den markantesten Merkmalen des Parks gehören kleine Brücken und Grotten, die das landschaftliche Gesamtbild bereichern. Der künstliche See, der sich über fast ein Hektar erstreckt und als eines der zentralen Elemente des Parks gilt, wird heute von Enten, Schwänen und Gänsen bevölkert, hat aber auch eine tragische Geschichte. Bei der Eröffnung des Parks im Jahr 1878 lief der See plötzlich aufgrund einer katastrophalen Fehlkonstruktion leer. Das ungewöhnliche Ereignis führte zu allgemeiner Bestürzung, und der Unternehmer, der für den Bau des Sees verantwortlich war, konnte die Scham über die Panne nicht ertragen und beging Selbstmord.Industriegeschichte im Grünen
Der Parc Montsouris wurde von Anfang an von zwei Eisenbahnlinien durchzogen. Die erste, die „Petite Ceinture“, eine ehemals wichtige Ringbahnlinie, wurde zwischen 1866 und 1867 in den Park integriert, indem sie auf einer Strecke von 20 Metern in einen Einschnitt verlegt wurde. Diese historische Strecke, die ursprünglich für den Personenverkehr genutzt wurde, wurde 1934 für den regulären Passagierverkehr geschlossen und bis 1993 noch von Güterzügen befahren. Diese Transportzüge dienten vor allem zur Versorgung der Gobelins-Werke, der Schlachthöfe von Vaugirard sowie dem Transit von Waren aus den Citroën-Fabriken in Javel und anderen speziellen Zügen.Die zweite Linie, die Linie Sceaux, war ursprünglich eine oberirdische Strecke, die Anfang der 1930er Jahre in einen Tunnel verlegt wurde. Heute ist sie Teil des RER B und durchzieht nach wie vor den Park. Eine weitere Erinnerung an die industrielle Geschichte des Parks ist der ehemalige Bahnhof „Parc de Montsouris“, der an der Rue de l'Amiral Mouchez lag. Dieser wurde in den frühen 1980er Jahren abgerissen, nachdem er bereits in den 1960er Jahren für den regulären Verkehr geschlossen worden war.
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| Quelle: Wikipedia |
Kulturelle Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten im Park
Der Pavillon Montsouris, ursprünglich als „Pavillon du lac“ 1889 eröffnet, ist nicht nur für seine Architektur bekannt, sondern auch für die historischen Persönlichkeiten, die ihn besuchten, darunter Lenin, Trotski, Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Das Gebäude wurde 1930 mit einer beeindruckenden Glasfront versehen. Direkt gegenüber befindet sich der Musikkiosk, ein Relikt der 1881 stattgefundenen Internationalen Elektrizitätsausstellung. Dieser wurde 1884 in den Park versetzt und dient heute für Konzerte und Tanzaufführungen.Neben der naturnahen Gestaltung ist der Parc Montsouris auch ein kultureller Anziehungspunkt mit seinen zahlreichen Bronze- und Steinskulpturen, die zwischen 1878 und 1960 aufgestellt wurden. Zu den bemerkenswerten Kunstwerken gehört die „Colonne de Paix armée“ (1888), eine 8,50 Meter hohe Säule, die nach den Plänen des Architekten Paul Sédille errichtet wurde. Sie ist mit einer 3,50 Meter hohen Bronzefigur des Bildhauers Jules Coutan gekrönt, die ursprünglich auf dem Square d'Anvers stand.
Ein weiteres markantes Monument im Park ist die „Mire du Sud“, ein Höhenmessinstrument von 1806, das symbolisch den alten Pariser Meridian markiert, der 1667 berechnet wurde und 1911 vom Meridian von Greenwich abgelöst wurde.
Das verschwundene Palais du Bardo
Im Herzen des Parc Montsouris stand einst das Palais du Bardo, ein Nachbau des Sommerpalastes des Bey von Tunis, entworfen von dem Architekten Alfred Chapon (1834–1893). Dieser Palast wurde ursprünglich 1867 auf dem Champ de Mars für die Weltausstellung errichtet, 1869 unter der Aufsicht des Architekten Gabriel Davioud abgebaut und in den Park versetzt. Von 1872 bis 1886 nahm das Meteorologische Observatorium von Montsouris das Gebäude in Betrieb. Später wurde ein Dienst für die Untersuchung der Wasserqualität sowie der Pariser Friedhöfe eingerichtet und ab 1893 beherbergte das Gebäude zudem einen chemisch-bakteriologischen Analysebereich zur Untersuchung der Luftqualität in der Hauptstadt. Nachdem das Palais du Bardo 1974 verlassen wurde, fiel das Gebäude zunehmend in Verfall.Wegen seines historischen Werts leitete die Stadt Paris zusammen mit der tunesischen Botschaft 1990 eine umfangreiche Restaurierung ein, um den Palast in ein tunesisches Kulturzentrum zu verwandeln. Doch das Gebäude wurde am 05. März1991 bei einem Brand völlig zerstört und verschwand endgültig.
Neben dem Palais du Bardo gibt es im Park noch weitere bemerkenswerte Gebäude, so zum Beispiel den Pavillon de l'Observatoire de la Marine et du Bureau des Longitudes, der 1875 erbaut wurde. Seit 1983 ist dieses Gebäude der Sitz der Zeitschrift Ciel, die von der Französischen Astronomiegesellschaft herausgegeben wird.
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| Quelle: Wikipedia |


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